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Schon wieder Gedenkbäume bei Weimar zerstört

Erst vor wenigen Tagen wurden an der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar Erinnerungsbäume abgesägt – nun knickten Unbekannte erneut Bäume ab, die an KZ-Opfer erinnern sollen.

Nahe des Konzentrationslagers Buchenwald wurde ein Gedenkbaum abgesägt. (20.07.2022)

Nahe des Konzentrationslagers Buchenwald wurde bereits am Mittwoch ein Gedenkbaum abgesägt.
Quelle: Gedenkstätte Buchenwald

 

Wenige Tage nach der Zerstörung von Gedenkbäumen nahe dem ehemaligen NS-Konzentrationslager Buchenwald sind unweit von Weimar erneut beschädigte Bäume zur Erinnerung an KZ-Opfer entdeckt worden. Die beiden Kastanien stehen an einem Weg bei Schöndorf, einem nahe dem Lager gelegenen Ortsteil von Weimar, wie die Geschäftsführerin des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda, Rola Zimmer, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Frauen aus dem Ort hatten die Beschädigung am Morgen gesehen. Die Polizei sei informiert. Die Landeseinsatzzentrale bestätigte dies. Der Sachverhalt werde derzeit vom Landeskriminalamt geprüft, Einsatzkräfte seien vor Ort, sagte ein Sprecher. Weitere Details waren am Samstag nicht bekannt. Schöndorf liegt wenige Kilometer entfernt vom einstigen KZ.

Erst kürzlich sieben Bäume abgesägt

Die Stelle, an der die beschädigten Bäume gefunden wurden, ist Zimmer zufolge Teil einer Route der “Todesmärsche” von KZ-Häftlingen. Der Begriff steht für die Räumung des Lagers, mit der die Nazis kurz vor dessen Befreiung Anfang April 1945 begonnen hatten. Tausende Häftlinge wurden in Richtung anderer KZ wie Flossenbürg und Dachau getrieben, viele überlebten dies nicht.

Erst vor wenigen Tagen waren an einer anderen Stelle im Umfeld der Gedenkstätte sieben Gedenkbäume für KZ-Opfer von Unbekannten abgesägt worden. Die Tat nahe der Trasse der ehemaligen Buchenwaldbahn, mit der Menschen aus ganz Europa von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager gebracht worden waren, wurde am Mittwoch bekannt.
Sie hat auch international für Empörung gesorgt.

Baumexperte versucht, abgesägte Bäume zu retten

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte im Kurznachrichtendienst Twitter an, er werde sich an der Neupflanzung von Bäumen beteiligen. Ein Landschaftsgärtner versuchte, die Bäume zu retten, in dem er sie wieder zusammensetzte und mit einem Lehmverband versah.

In das Konzentrationslager Buchenwald hatten die Nazis 280.000 Menschen verschleppt. Etwa 56.000 von ihnen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten und medizinischen Experimenten. Am 11. April 1945 befreiten US-Truppen das Lager. Tausende Häftlinge waren zuvor noch auf sogenannten Todesmärschen ums Leben gekommen.

Die zerstörten Bäume gehörten zu einem vom Lebenshilfe-Werk koordinierten Gedenkprojekt “1.000 Buchen”. Seit 1999 werden hier jährlich Bäume für NS-Opfer gepflanzt.

Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/weimar-baeume-abgesaegt-100.html

Schon wieder Gedenkbäume bei Weimar zerstört

Es ist eine Nachricht, die für Aufregung und Entsetzen sorgt: Nahe der Gedenkstätte Buchenwald haben Unbekannte sieben sogenannte Erinnerungsbäume abgesägt, die an Opfer des NS-Konzentrationslagers erinnern sollen.

Quelle: https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-640654.html

Unbekannte sägen “Erinnerungsbäume” ab [Video]

Tat am Jahrestag des Hitlerattentats entdeckt

Erneut sind Bäume des lebendigen Gedenkprojekts „1000 Buchen“ zerstört worden. Unbekannte haben sieben von zwölf Bäumen in der Nähe der Gedenkstätte Buchenwald abgesägt oder abgebrochen. Entdeckt wurde die Tat am Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler 1944. Die Stadt Weimar, die Gedenkstätte Buchenwald und das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda sind entsetzt. Die Gedenkbäume werden seit 1999 entlang der Todesmarschrouten aus Buchenwald gepflanzt. Schon 2019 und 2020 hatte es Anschläge gegeben.

Der stellvertretene Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, Philipp Neumann-Thein, hat den Anschlag am Mittwochmorgen bemerkt: „Noch am Montag war alles in Ordnung. Und dann diese massiven Zerstörungen. Ich habe direkt Anzeige bei der Polizei erstattet.“

Die 12 Bäume waren in einem feierlichen Akt im Jahr 2015 gepflanzt worden. Jeder Baum erhielt eine Tafel in Gedenken an unterschiedliche Opfergruppen oder auch an einzelne Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Auch Angehörige waren vor Ort.

Das Projekt „1000 Buchen“ wurde vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda im Jahr 1999 ins Leben gerufen. Dessen Vorstandsvorsitzende Rola Zimmer ist entsetzt: „Das hier erneut das Andenken an Opfer der NS-Barbarei und des Holocausts geschändet wird, ist unerträglich. Wir hoffen, dass die Polizei diesmal erfolgreich sein wird.“

Auch Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine hofft auf Ermittlungserfolge: „Das ist kein Streich, das ist ein Verbrechen. Wir dürfen und werden bei diesen Taten nicht wegschauen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt die geschändeten Bäume ersetzt.“

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Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute der Häftlinge entsteht Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften finanzieren.

Kontakte:

Pressestelle der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Lebenshilfe-Werk Weimar/ Apolda und Stadt Weimar

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Wir begrüßen diese Initiative der Stadt sehr. Denn die Häufung der Schändungen hat gezeigt, dass hier gezielt vorgegangen wird. Das ist nicht hinnehmbar. Egal ob beschmierte Stolpersteine, geschändete Denkmale oder zerstörte Bäume. Jeder dieser Anschläge ist ein Anschlag auf unsere offene Gesellschaft und ihre Werte.

❗ Abgesägte Gedenkbäume: Stadt Weimar setzt 10.000 Euro Belohnung zur Ergreifung der Täter/innen aus❗

Nach der gestern bekannt gewordenen Schändung von sieben Gedenkbäumen zur Erinnerung an NS-Opfer auf dem Ettersberg hat die Stadt Weimar

➡️ eine Belohnung von 10.000 Euro zur Ergreifung der Täter/innen ausgesetzt.

➡️ Sachdienliche Hinweise sind an die Polizeiinspektion Weimar zu richten.

„Dieser barbarische und feige Zerstörungsakt darf nicht ohne Konsequenzen für diejenigen bleiben, die ihn verübt haben. Die Stadt Weimar wird zusätzlich zum ausgesetzten Belohnungsgeld auch bei der Beschaffung und Pflanzung von Ersatzbäumen unterstützen“, versicherte Oberbürgermeister Peter Kleine.

Die Bäume waren 2015 im Rahmen des Projektes „1.000 Buchen“ in der Nähe des Obelisken gepflanzt worden. Jeder Baum erhielt eine Tafel im Gedenken an unterschiedliche Opfergruppen – unter anderem Kinder – oder auch an einzelne Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Auch Angehörige waren damals vor Ort. Die Gedenkbäume werden seit 1999 entlang der Todesmarschroute aus Buchenwald gepflanzt. Schon 2019 und 2020 hatte es Anschläge gegeben.

Wieder Anschlag auf Weimarer Gedenkprojekt „1000 Buchen“

Der Kindergarten Am Goldberg in Niedertrebra unter der Trägerschaft des Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. befindet sich seit fast einem Jahr im Modellprojekt. Der kleine Kindergarten mit acht pädagogischen Fachkräften und einer Aufnahmekapazität von 50 Kindern setzte sich im Projektverlauf das Ziel „Partizipation und Vielfältigkeit“. Wie Veränderung und Wandel in der Einrichtung gelingt, zeigt der Einblick in die Praxis.

Der erste Schritt der Fortbewegungswelle in Niedertrebra begann mit der Bewerbung für das Modellprojekt „Vielfalt vor Ort begegnen“. Die Freude war groß als der Zuschlag ins Haus kam. Es wurde ein Tandem aus der Einrichtungsleiterin Andrea Denner und der zusätzlichen Fachkraft Claudia Beyer gebildet. Gemeinsam schufen die Pädagog*innen des Kindergartens eine Motivationsgrundlage und erarbeiteten einen Einarbeitungsplan für die im Projekt angestellte Pädagogin Claudia Beyer und einen Fragebogen. Dieser verschaffte einen Einblick in die Teamstrukturen und die Wünsche & Anregungen der Pädagog*innen und der Familien im Kindergarten.

Ein Ziel im Projekt ist die Teampartizipation. In sogenannten Qualitätsrunden werden im 14-tägigen Rhythmus jeweils einstündige Treffen mit einer Hälfte des Teams organisiert. Es werden relevante Themen aus dem Kindergarten Alltag besprochen und inhaltlich sowie methodisch von der Steuerfachkraft begleitet. Dies wird in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt und mit der Fachberaterin „Vielfalt vor Ort begegnen“ Frau Steinmetzer begleitet. Ein weiteres zentrales Element des Projektes ist die Videoanalyse. Monatlich wird ein Video durch die Steuerfachkraft aufgenommen und mit der beteiligten pädagogischen Fachkraft ausgewertet. Als methodische Grundlage dient hierbei die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, bei der zwei Perspektiven eingenommen werden: die der pädagogischen Fachkraft und die des Kindes bzw. der Kindergruppe. In Anlehnung an die Methodik „Marte Meo“ nach Maria Aarts werden dabei Entwicklungsgelegenheiten geschaffen.

Wahrnehmung, Blickkontakt, das Benennen der Tätigkeiten, Bestätigung und Lob sowie Warten und Geduld werden aus dem Video herausgearbeitet und mit der pädagogischen Fachkraft reflektiert. Die eigenständigen Erkenntnisse sorgen dabei für einen nachhaltigeren und intensiveren Effekt bei der Entwicklung des Habitus (Gesamterscheinungsbild nach Pierre Bourdieu). Das Wahrnehmen, Verstehen und Akzeptieren der Bedürfnisse von Kind und Pädagog*in schärft den Blick der Pädagog*innen für ein selbstreflektiertes Handeln. Auch für das Ziel einer gelingenden Teamarbeit durch Mitbestimmung
und Austausch ist dieser Aspekt ein wichtiger Faktor.

Vielfalt wahrnehmen setzt bei Verständnis und Akzeptanz an, Vielfalt leben bei Kommunikation und Perspektivwechsel. Die Voraussetzung dafür, das Erkennen der eigenen Bedürfnisse im Arbeitsalltag.

Newsletter_Juni_22_Patizipation_Kindeswohl.pdf (2MB)

Einblick in die Praxis

Dirk Lorenz–Bauer

Apolda. Es ist dieser Zwiespalt zwischen der internen Kenntnis und der Außenwahrnehmung, die Sven Sinemus umtreibt.– Der Werkstattleiter bei der Lebenshilfe Weimar-Apolda im Gewerbegebiet B 87 bringt es auf den Punkt: ,Wir sind hier keine Bastelstube, sondern liefern Qualität.“ Was Sinemus meint: Die Arbeit, die Menschen mit Behinderung leisten, indem sie Aufträge aus der Wirtschaft bearbeiten, erfolge in guter Qualität. Die Kollegen seien stolz darauf, ihren Beitrag zu leisten. Das sei anzuerkennen.

Nicht umsonst habe man ja langjährige Partnerbetriebe. So zum Beispiel die Firma Metering. Für diese werden in der Behindertenwerkstatt beispielsweise Dichtungsringe in Wasseruhren eingesetzt. 160 Menschen mit Behinderung sind bei der Lebenshilfe beschäftigt. 33 Fachkräfte betreuen sie an zwei Standorten, leiten an und setzten sie je nach Fähigkeit ein. Rund 60 Menschen arbeiten in der Werkstatt. Zudem gibt es die Gartengruppe, die gerade in der Vegetationsphase viel zu tun hat.

Wichtiges Standbein ist auch die Wäscherei. Dort wird wieder investiert. So erhält diese bald einen neuen Dampfkessel. 2020 war bereits die Wäschemangel erneuert worden, ebenso die Lege–Strecke. Besonders begehrt seien die sogenannten Außenarbeitsplätze bei Firmen. Über Trainings oder Praktika würden die Behinderten darauf vorbereitet, die Betriebe entsprechend unterstützt, wenn sie jemanden einstellen. Ein Erwerbsleben zu haben, das sei wichtig für Menschen mit Behinderung, denn das hebe das Selbstbewusstsein. Intern gibt es bei der Lebenshilfe mit Blick darauf eine Fortbildung zum Alltagsbegleiter. So soll die Integration in den Arbeitsmarkt noch mehr erleichtert werden.

Menschen mit Behinderung leisten wichtigen Beitrag

Apolda. Sie hat es absolut verdient – Barbara Petsch aus Zottelstedt. Die langjährige Vorsitzende des Vereins Lebenshilfe wurde jetzt nämlich beim Sommerfest des Lebenshilfewerkes Weimar-Apolda am Werkstatt-Standort im Gewerbegebiet Oberroßla ausgezeichnet. Katja Heinrich, Geschäftsführerin bei der Lebenshilfe Thüringen, übergab Barbara Petsch die Ehrennadel der Lebenshilfe in Silber. Immerhin seit 1999 steht sie ununterbrochen an der Spitze, übernahm das Ehrenamt einst von ihrer Vorgängerin Karin Enders, die ebenfalls zum Sommerfest erschienen war. Das Fest sah am Samstagvormittag ein buntes Kulturprogramm ebenso vor wie eine Führung durch die Werkstatt oder auch Beiwagenmitfahrten bei den christlichen Motorradfahrern. 

Auszeichnung für Barbara Petsch zum Sommerfest

Eine Rose für besondere Thüringer

“Hufeland” gewinnt 13. Kindergartenlauf

Am 21. Juni hat es sich unser Kindergarten Ernst Thälmann in Apolda schmecken lassen: Der Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V. hat den Kindern und Erzieher*innen Bratwürste zur Mittagsversorgung spendiert.

Zum Hintergrund: Jedes Jahr zelebriert der Verein das Anbraten auf dem Erfurter Domplatz, die sogenannte „Rostkultur”. Diese Veranstaltung musste nun zum dritten Mal in Folge ausfallen. Um diesen Aufall zu kompensieren, spendierte der Herkunftsverband ab dem 1. Juni an 23 Orten in ganz Thüringen Bratwürste zur Mittagsversorgung an Kindertageseinrichtungen – als symbolischen Dank für die gezeigten Leistungen und Entbehrungen in der Pandemie. Über ein Losverfahren wurde unser Kindergarten Ernst Thälmann in Apolda ermittelt.

Wir sagen danke an den Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V.

 

Bratwurst-Spende für den Kindergarten Ernst Thälmann in Apolda

Am 15. Juni wurde der Ehrenamtspreis der Paritätischen Kreisgruppe Weimar verliehen. Zu unserer Freude ging auch ein Preis an Frau Nefe, die schon lange als Ehrenamtliche im Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda arbeitet. Sie ist seit 2014 in verschiedenen Bereichen des Lebenshilfe-Werks tätig, so etwa in unserem Familienentlastenden Dienst und im ZAK Weimar.
Im Schatten der Bäume feierten wir die Preisverleihung in unserer Wohnstätte Paul-Schneider-Straße. Franziska Jung, Assistenz des Vorstandes, führte durch das Programm.
Die musikalische Begleitung wurde durch unsere Freiwilligendienstleistende aus der Werkstatt Tröbsdorf übernommen und sorgte für eine gesellige Stimmung.

Wir gratulieren Frau Nefe ganz herzlich für diese Auszeichnung.