wir lebens Bunt

12.-17. September: Das Ehrenvolle Begegnungscafé und Kunst auf dem Weg (Woche des Bürgerschaftlichen Engagements)

Wir feiern die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements mit einem

Ehrenvollen Begegnungscafé und Kunst auf dem Weg

Was? Café, Informationen, Gespräche, Kunst, Pflanzen-Börse, Ausstellung, Spiele, Rätsel, Tests rund um das Thema Engagement und Ehrenamt

Wann? 12.-17-September 2022 (Mo-Fr 12-17 Uhr, Sa 10-14 Uhr)

Wo? LebensArt am Palais (Windischenstraße/Ecke am Palais) in Weimar

Kontakt: Karoline Mohnhaupt (Freiwilligenkoordinatorin)

Telefon: 03643/743 288

k.mohnhaupt(at)lhw-we-ap.de

 

In unserem barrierefreien Laden mitten in Weimar öffnet das Ehrenvolle Begegnungscafé für eine Woche. Es sollen alle Menschen, die sich engagieren, im Lebenshilfe-Werk und auch außerhalb, sowie alle Interessierten die Möglichkeit haben sich zu informieren, auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Es gibt Kaffee und Kuchen, Getränke und Snacks.

Die verschiedenen Bereiche des LHW stellen sich und die Möglichkeiten bei uns ein Ehrenamt auszuüben vor (in der Ausstellung und auch in Präsenz). Die Bürgerstiftung Weimar (Ehrenamts-Agentur) wird ebenso vertreten sein.

Wir haben lustige Spiele, Tests und Rätsel zum Thema vorbereitet.

Am Basteltisch könnt ihr Bilder, Collagen und Texte zum Thema Engagement anfertigen und hier ausstellen.

Eine Pflanzen-Tauschbörse ist eine weitere Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und symbolisiert Wachstum, Gedeihen und Pflege. Bringt eure Pflanzen/Ableger mit die ihr tauschen möchtet oder adoptiert eines unserer Pflanzen-Babys!

Mit “Kunst auf dem Weg” geben am Mittwoch und Freitag Künstler*innen aus unserem Kunstatelier Tröbsdorf Einblicke in ihre Arbeit.

Getreu unserem Motto “Wir leben´s bunt” freuen wir uns auf vielfältigen Besuch und interessante Gespräche!

12.-17. September: Das Ehrenvolle Begegnungscafé und Kunst auf dem Weg (Woche des Bürgerschaftlichen Engagements)

Am 1. September fand ein Treffen auf unserem Naturhof Egendorf statt. Zu Gast war Anja Siegesmund, die als Minsiterin für Energie zuständig ist, mit ihren Mitarbeitenden. Sie bekamen Informationen zu den Liegenschaften des Lebensshilfe-Werks Weimar/Apolda, also zu allen Häusern und Gebäuden und Grundstücken, die wir nutzen. Alle Anwesenden habe über die Herausforderungen der Energiekosten diskutiert: die stark steigenden Preise vor allem für Gas und Öl müssen vom Lebenshilfe-Werk auch  wieterhin bezahlt werden. Und es soll das energetische Sanieren weiter angegangen werden, damit unsere Gebäude weniger Energie benötigen. Wo und wie kann gefördert werden – das wurde Frau Siegesmund von Rola Zimmer und Michael Sperber gefragt sowie von Stefan Werner, Geschäftsführer Der Paritätische. Um diese Frage zu beantworten, konnten gute Ideen gesammelt werden. Für das Lebenshilfe Werk Weimar/ Apolda und den neuen Energiemanager, der dankenswerter Weise zum 1. Oktober gewonnen werden konnte, gibt es viel anzupacken!

Wir haben 15 Immobilien, bei den meisten ist die Sanierung rund 30 Jahre her. Für uns waren bisher Fragen wie Barrierefreiheit wichtig, die
energetische Effizienz stand noch nicht im Vordergrund. (Rola Zimmer gegenüber der TLZ)

 

Nach den Gesprächen bot Burkhard Richter eine aufschlussreiche Führung durch die Einrichtung an. Er zeigte den aktuell Stand der Bauarbeiten am Gebäude des künftigen Hofladens und die Küche, in der Maritta Trautmann und ihr kleines Team an jedem Wochentag insgesamt rund 1000 Mahlzeiten zubereiten.

Alle Produkte des Naturhofs gibt’s hier: Webshop Naturhof Egendorf

Besuch des Naturhof Egendorf von Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz

Saskia Schnepel, Anja Marhold und Raimund Schröter (v.l.) vor der integrativen Kindertageseinrichtung in Apolda.  Foto: Elena Rauch

Warum eine Entscheidung des Bundes Träger und Erzieherinnen von Kitas in Thüringen fassungslos macht.

„Es hat uns kalt erwischt“: Anja Marhold wirkt auch gut zwei Wochen nach der Mitteilung aus Berlin noch fassungslos. Sie ist stellvertretende Leiterin der integrativen Kindertageseinrichtung am Ernst-Thälmann-Ring in Apolda. Ihre Kita ist einer der rund 250 in Thüringen, die am Programm „Sprach-Kitas“ teilnehmen.

Weil mit Sprache alles beginnt. Die Wahrnehmung der Welt, Kommunikation, Selbstbewusstsein, Persönlichkeitsentwicklung. Seit 2011 fördert der Bund zusätzliche Stellen und Mittel, mit denen Kitas auf die Sprachförderung einen scharfen Fokus legen können. „Sprach-Kitas“ , in denen der Handlungsbedarf besonders groß ist. Weil viele Kinder zu Hause nicht deutsch sprechen oder weil sie in sozial schwierigen Verhältnissen aufwachsen. Wie in der Apoldaer Kita.

Doch jetzt stellt der Bund das Programm ein und übergibt es in die Verantwortung der Länder.

Denn nein, im Selbstlauf allein entwickeln sich Sprachfertigkeiten eben nicht. Jedes Kind ist anders und seine familiären Hintergründe auch. Man muss ermuntern, fördern, anregen, erklärt Saskia Schnepel. Sie ist Sozialpädagogin mit Zusatzqualifikation für Sprachförderung und eine der beiden Sprach-Fachkräfte an der Kita.

Es beginne schon damit, wenn eine Erzieherin einem Krippen-Kind frische Windeln anlegt. 100 mal schweigend windeln, sind 100 verpasste Gelegenheiten, mit dem Kind zu kommunizieren. Denn darum gehe es vor allem: Jeden der täglichen Abläufe in der Kita für Sprache zu nutzen. Vom gemeinsamen Mittagessen bis zum Blättern im Bilderbuch.

Wie ermuntert es man zum Erzählen, wie erweitert man den Wortschatz?

Natürlich weiß das auch jede Erzieherin. Aber im Kita-Alltag, wo die Personaldecke löchrig ist und die Zeit knapp, kann manches Detail, manche ungenutzte Gesprächs-Chance aus der Aufmerksamkeit fallen. Doch genau dieses Thema erhält dank der beiden Fachkräfte eine Tiefenschärfe. Sie sind in allen Gruppen unterwegs, ihre Stellen werden nur zum Teil auf den Betreuungsschlüssel angerechnet. Sie haben Zeit, die ihre Kolleginnen oft nicht haben.

Manchmal sitzen sie mit den Erzieherinnen zusammen, und werten in Videosequenzen Alltagsszenen aus. Wie stellt man die richtigen Fragen, um dem Kind Worte zu entlocken? Wie ermuntert es man zum Erzählen, wie erweitert man den Wortschatz? Warum ist Blickkontakt wichtig und das Nachfragen? Diese fachliche Expertise, sei für ihre Mitarbeiterinnen ein großer Gewinn, bemerkt Anja Marhold. „So oft könnte ich sie gar nicht zur Weiterbildungen schicken.“

Manchmal beobachten sie, wie Kinder über ein Bilderbuch wischen, weil sie zu Hause nur das Tablet kennen. Es gibt Kinder, die reagieren mit Schreien oder Aggression, weil sie sich nicht mitteilen können und sich unverstanden fühlen. Andere ziehen sich zurück. Die Arbeit mit den Eltern, sagt Saskia Schnepel, sei eine wichtige Seite unserer Arbeit. „Ihr Kind spricht ganz gut“: Solche Allgemeinplätze bringen nicht weiter. Sie merke sehr schnell, ob in einer Familie viel miteinander gesprochen wird, oder ob das Kind stundenlang vor dem Fernseher sitzt. Nach den Einschränkungen der Pandemie, ergänzt Anja Marhold, sei bei manchen Kindern die fehlende Sprachermunterung sehr spürbar gewesen. Und dann nehmen sie die Defizite als schweren Rucksack mit in die erste Klasse. Warum der Bund ein erfolgreiches Programm fallen lässt, kann sie nicht verstehen.

Auch Reimund Schröter vom Paritätischen Wohlfahrtsverband kann nur mit dem Kopf schütteln. Der Kita-Referent ist auch in der Fachberatung für das Programm unterwegs und kennt die Bedarfe. Ohne die zusätzliche Fachkraft wüsste sie nicht, wie sie klarkommen sollte, hatte ihr die Leiterin eine Jenaer Sprach-Kita gesagt. Von 100 Kindern haben dort 70 einen Migrationshintergrund. Eigentlich, konstatiert Schröter, müsste nach den Erfahrungen die Konsequenz heißen: Jede Kita braucht diese Extra-Hilfe. Zumal mit den ukrainischen Geflüchteten die Herausforderung wachsen. Ausgerechnet jetzt, ließe sich hinzufügen.

Doch um das Programm im jetzigen Umfang mit 284 Fachkräften und 21 Fachberatern fortzuführen, müsste Thüringen nach den Berechnungen des Paritätischen allein im nächsten Jahr sieben Millionen Euro stemmen. Bei der Haushaltslage sieht er dafür schwarz.

 

Quelle: https://www.thueringer-allgemeine.de/ausgerechnet-jetzt-id235988315.html?service=amp

Artikel aus der TLZ vom 26.07.2022

Reaktionen auf das Aus der Sprach-Kitas aus Thüringen: “Ausgerechnet jetzt”

zur Zerstörung von Opfern des KZ Buchenwald gewidmeten Gedenkbäumen

 

Das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos ist zutiefst empört und verurteilt aufs
Schärfste die abscheulichen Akte von Vandalismus, die vor zwei Tagen gegen die Erinnerung an die
Deportierten verübt wurden. Sieben zum Gedenken an die Opfer des KZ Buchenwald gepflanzten Bäume
im Wald neben dem Obelisken an der Blutstraße nach Buchenwald wurden mutwillig zerstört.


Diese Bäume ehrten das Andenken und den Mut deutscher Antifaschisten, Emil Carlebach, Otto Kipp,
Erich Loch, Reinhold Lochmann, August Stötzel; sie ehrten die 1.600 Kinder und Jugendlichen, die
Buchenwald nicht überlebten, und schließlich den französischen Ingenieur und Luftfahrtunternehmer,
Marcel Dassault. Die zerstörten Bäume symbolisierten das Leben, ihr Leben, ihr Opfer.


Die Angriffe richten sich gegen die Erinnerung an den Widerstand deutscher Kommunisten gegen das NS
Regime. Sie richten aber genauso gegen das internationale Gedenken an die Deportierten.
Niemals aber
werden wir vergessen, dass die deutschen Antifaschist*innen die extreme Gefahr des illegalen Kampfes für
die Erhaltung menschlicher Werte der Kompromittierung durch die Nazis vorzogen.
Wir vergessen niemals
das Opfer hunderter Kinder, die als Begleiter in den Tod kaum ältere Jugendlichen hatten, die das gleiche
Schicksal erwartete. Wir vergessen auch nie die Entschlossenheit des Ingenieurs Marcel Dassault aus
Frankreich, der sich noch in der Konzentrationslagerhaft weigerte für die Nazis zu arbeiten, und auch nicht
den Mut des internationalen Lagerkomitees, damals im Untergrund, um ihn zu retten.


Das IKBD wird sich niemals von denen entmutigen lassen, die sich gegen Demokratie und für
Antisemitismus und Antiziganismus einsetzen, und wird den Kampf gegen jede neonazistische Gewalt im
Namen der Opfer der Nazi-Barbarei und der Werte des Schwures von Buchenwald fortsetzen.


Nur Bildung wird sich gegen Ideologie, Wissen gegen Ignoranz, demokratisches Handeln gegen Vergessen
und Gewalt durchsetzen. Das IKBD arbeitet mit all jenen Männern und Frauen, Politiker*innen,
Verantwortlichen für die Erinnerung, Bürger*innen aus Deutschland und ganz Europa zusammen, die sich
täglich für den Aufbau einer gerechteren Zivilgesellschaft einsetzen, in der jeder Mensch seinen Platz findet
und Würde erlangt, in der auch jeder Tote respektiert wird, eine Gesellschaft, die aus der Vergangenheit
gelernt hat.


Im Namen der überlebenden Häftlinge von Buchenwald-Dora und Kommandos, im Namen der Opfer der
Konzentrationslager, ruft das Internationale Komitee, Buchenwald Dora – und Kommandos alle
demokratischen Kräfte der Stadt Weimar, Thüringen, Deutschland und Europa auf, ihre Reihen zu
schließen, damit kein weiterer Baum abgesägt, sondern der Weg zum Faschismus zerstört wird.

 

Das Internationale Komitee Buchenwald Dora am 21.07.2022

Erklärung_ZerstörungGedenkbäume (PDF 100KB)

Erklärung des Internationalen Komitee Buchenwald Dora und Kommandos

Wenige Tage, nachdem Gedenkbäume nahe Buchenwald abgesägt wurden, sind bei Weimar erneut Gedenkbäume geschändet worden. Zwei Kastanien wurden abgesägt, an dreien die Rinde abgeschält. Der Fall sorgt für Entsetzen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ministerpräsident Bodo Ramelow kündigte an, seinen Urlaub zu unterbrechen. Nur “entschiedenes Handeln” helfe gegen derlei Taten, sagte er.

Bei Weimar-Schöndorf sind am Samstag mehrere geschändete Gedenkbäume entdeckt worden. An drei Kastanien wurde ein Teil der Rinde abgeschält, zwei Bäume wurden abgesägt, von einem sogar die Krone mitgenommen. Laut Polizei ermittelt das Landeskriminalamt wegen politisch motivierter Sachbeschädigung, der Staatsschutz sei eingebunden.

>>Wer öffentliche Denkmäler rechtswidrig zerstört, macht sich wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung strafbar.<<
– Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen

Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen sagte MDR THÜRINGEN, dass ein Ermittlungsverfahren wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung eingeleitet wurde. Die Gedenkbäume hatten den Status öffentlicher Denkmäler. “Wer öffentliche Denkmäler rechtswidrig zerstört, macht sich wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung strafbar”. Es drohen bis zu drei Jahren Haft.

Ramelow: “Geistig unterwegs wie Mörder in Konzentrationslagern”

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte an, seinen Urlaub zu unterbrechen. Gegen solche Taten helfe nur “entschiedenes Handeln”, sagte Ramelow am Montag der “taz”.

>>Auf einen zerstörten Baum zwei neue – auf jede feige Tat doppeltes Hinsehen.<<
– Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

Er werde nun am 31. Juli an einem Gedenkgang für deportierte jüdische Jugendliche in Weimar teilnehmen. “Auf einen zerstörten Baum zwei neue – auf jede feige Tat doppeltes Hinsehen.” Ramelow kritisierte die mutwilligen Zerstörungen scharf. “Wer solche feigen Taten begeht, ist geistig genauso unterwegs wie die Mörder in allen Konzentrationslagern.” Er werde sich an der Neupflanzung der Gedenkbäume beteiligen.

Maier: “Angriff auf Erinnerungskultur”

Innenminister Georg Maier (SPD) bezeichneite die Tat im Gespräch mit dem MDR als einen Angriff auf die Gesellschaft: “Es ist ein Angriff auf unsere Erinnerungskultur – und das ist eine der Grundfesten unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.”
Die Täter hätten dies durchaus bezweckt, so Maier. “Sie haben es nicht auf die Bäume abgesehen, sondern sie wollen uns deutlich machen, dass sie diese Gesellschaft ablehnen und dass sie auch Gewalt anwenden. Jetzt Gewalt gegen Bäume, aber sie werden sicher nicht zurückschrecken, auch in anderer Art und Weise gegen diesen Staat vorzugehen.”

Paritätischer: “Anschlag auf Demokratie”

Mit Entsetzen hat der Paritätische Thüringen auf die neuerliche Schändung von Gedenkbäumen reagiert. Landesgeschäftsführer Stefan Werner bezeichnete das Absägen von Gedenkbäumen, die an die Opfer des Konzentrationslagers Buchenwald erinnern sollen, als einen Anschlag auf die Demokratie. Die Täter müssten gefasst und bestraft werden, forderte Werner.

Vier neue Bäume für einen zerstörten

Wie Geschäftsführerin Rola Zimmer mitteilte, habe das Lebenshilfe-Werk viel Zuspruch erhalten. Nun könnten sogar für jeden beschädigten Baum vier statt wie bisher zwei neue Bäume nachgepflanzt werden. Neben Ramelow hätten sich sogar zwei Fußballclubs gemeldet, um das Projekt zu unterstützen.

Kastanien wurden nachgepflanzt

Die beiden abgesägten Kastanien gehören zum Projekt “1.000 Buchen”, das jährlich Bäume für KZ-Opfer pflanzt. Sie stehen an der Trasse der ehemaligen Buchenwaldbahn. Baumpaten waren der Landtagsabgeordnete Thomas Gottweiss und Kromsdorfs Ortschaftsbürgermeister Gunter Braniek.

Bereits die jetzt zerstörten Bäume waren nachgepflanzt worden, nachdem an gleicher Stelle im Juli 2020 mehrere Bäume massiv beschädigt worden waren.

Gedenkstätte Buchenwald geschändet

Nahe der Gedenkstätte Buchenwald waren erst vor wenigen Tagen sieben abgesägte Bäume entdeckt worden, die an Opfer des NS-Konzentrationslagers bei Weimar erinnern sollen. Diese Tat hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Die Bäume waren getöteten Kindern von Buchenwald sowie sechs namentlich genannten Häftlingen gewidmet.

168 Bäume wurden bereits an der ehemaligen Marschroute der Häftlinge vom ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar ins bayerische KZ Flossenbürg gepflanzt. So soll Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg entstehen.

Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/mitte-thueringen/weimar/ramelow-buchenwald-gedenkbaeume-geschaendet-100.html

Wieder Erinnerungsbäume geschändet – Ramelow unterbricht Urlaub

Bäume retten – Erinnerung bewahren: Weiterbildung im Projekt 1000 Buchen
Im Projekt 1000 Buchen pflanzen wir ja seit 1999 entlang der Routen der Todesmärsche aus dem KZ Buchenwald Bäume – als lebendige Denkmale für die Opfer des Nationalsozialismus. Diese Bäume sind Symbole für Erinnerung, Demokratie und Menschenrechte.

Doch in den letzten Jahren wurden einige dieser Gedenkbäume mutwillig beschädigt. Das nehmen wir nicht hin! Daher veranstalteten wir am 15. und 16. September 2025 eine zweitägige Weiterbildung zur „Baumrettung“. Unter Anleitung des Baumexperten Michael Grolm lernen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam, wie verletzte Bäume gepflegt und erhalten werden können. Die Teilnehmenden bestätigen den Lernerfolg. „Ich habe schon viel umgesetzt von gestern auf heute, von Theorie zum Machen. Das ist alles sehr verständlich!“, so ein Teilnehmer.

„Wir spielen verschiedene Szenarien durch, damit alle wissen, was im Ernstfall zu tun ist“, berichtet Grolm. „Und es ist großartig zu sehen, wie motiviert die Teilnehmer*innen sind. Einige haben mir erzählt, dass sie nach den Übungen noch stundenlang darüber nachgedacht haben. Das zeigt, wie wichtig dieses Wissen für sie ist.“

Mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung, der Sparkassenstiftung Weimar – Weimarer Land, der Alternative 54 Erfurt e.V. und zahlreicher Spender*innen setzen wir ein klares Zeichen: Wir lassen diese Bäume nicht im Stich! Wir sind in Zukunft schnell und nachhaltig selbst handlungsfähig. Auch weiterhin setzen wir Pflege und Heilung gegen zerstörung.

Zwillingsbaum in Uetersen gepflanzt – und schwer beschädigt

Samstag, den 27 Januar 2024 (am internationalen Tag des Gedenks an die Opfer des Holocaust), wurde im schleswig-holsteinischen Uetersen ein “Zwillingsbaum” zum Wildapfel des Projekts 1000 Buchen unter der Patenschaft der Stadt Uetersen (Kreis Pinneberg) gepflanzt. In einem kleinen festlichen Rahmen mit dem Bürgermeister, Stadtratsmitgliedern fast aller Fraktionen, Vertreter*innen der Senior*innen- und des Kinder- und Jugendbeirats und weiteren Interessierten wohnten insgesamt etwas mehr als 30 Leute der kleinen Zeremonie bei. Eine 7-köpfige Delegation der Uetersener Chorknaben rahmte die Pflanzung mit “My Lord, what a morning” und “Komm, Trost der Welt”. Neben dem Bürgermeister Dirk Woschei hielt kurzfristig auch Katrin Stange eine kurze Ansprache halten, in Vertretung von 1000 Buchen-Projektleiterin Martina Heller, die leider durch den Bahnstreik nicht anreisen konnte.

Die Freude über die gelungene Veranstaltung wurde allerdings direkt am nächsten Tag wieder verdüstert! Unbekannte hatten in der Nacht von Samstag auf Sonntag den 5 Meter hohen Baum wieder herausgerissen und neben die Pflanzstelle gelegt! Zunächst schien er so intakt zu sein, dass er mit zusätzlichen Stabilisierungsmaßnahmen vom Bauhof direkt wieder eingesetzt werden konnte. Die örtlichen Fraktionen zeigten sich entsetzt.

Wenige Tage später gab es eine erneute Attacke mit einem Beil: ein Hieb in den Stamm. Auch das hat der städtische Bauhof umgehend zu heilen versucht. Nun hoffen alle Beteiligten, dass der Baum es überlebt. Im Ausschuss für Soziales, Sport und Kultur hat daraufhin nicht-öffentlich über Strategien beraten, wie dieser Zerstörungswut zu begegnen ist – z.B. für jeden zerstörten/verletzten Baum zwei neue zu pflanzen.

Wir hoffen solidarisch, dass sich diese an sich tolle Geschichte um unseren “Zwillingsbaum” zum Guten wendet. Herzlichen Dank an Katrin Stange für den anhaltenden, sehr freundlichen Kontakt mit der Stadt Uetersen!

Im Juli 2023 wurden mehrere Bäume unseres Projektes rund um Weimar geschändet, die meisten von ihnen werden aber durch aufwändiges Bemühen weiter wachsen und gedeihen. Diese zusätzliche Baumpflege kostet jedoch Geld.

So war unsere Freude und Dankbarkeit groß, als Lena Saniye Güngör und Steffen Dittes am 11. September 2022 einen Scheck über 500,00€ überreichten. Martina Heller, Justus Lencer und Franziska Jung nahmen ihn entgegen – gleich vor Ort an der Ettersburger Straße in Weimar, wo unter anderem Bäume von “1000 Buchen” geschändet wurden. So konnten sich die beiden Thüringer Landtagsabgeordneten der Linken gleich mit eigenen Augen von den Erfolgen der unterstützen Rettungs-Maßnahmen überzeugen.

Der Erfurter Alternative 54 e.V. unterstützt gemeinnützige Projekte in den Bereichen Kultur, Umwelt- und Naturschutz, Jugenderziehung und -bildung sowie Sport. Dafür spenden die Vereinsmitglieder, Abgeordnete des Thüringer Landtags, ihre Diätenerhöhungen.

1000 Buchen Spendenübergabe

1000 Buchen Spendenübergabe

Ihre Ansprechpartnerin
Frau Jung, Franziska
Assistenz des Vorstands
Belvederer Allee 19
99425 Weimar
Tel.: Tel.: 03643 / 540 438

Artikel aus der TA vom 27.07.2022
Weitere Angriffe auf Gedenkbäume – Stadt ist fassungslos

Sehr geehrte Freund*innen und Förderer*innen des Projekts „1000 Buchen“,

wie Sie wissen, wurden im Juli mehrere Gedenkbäume unseres lebendigen Gedenkprojekts „1000 Buchen“ massiv beschädigt. Betroffen sind inzwischen 13 Bäume an drei Standorten in Weimar. Wir lassen uns von diesen Angriffen aber weder einschüchtern noch entmutigen.

Im Gegenteil: Wir sind überwältigt von der bundesweiten Solidarität, die uns und damit der Idee des „1000 Buchen“-Projekts aus Politik und Gesellschaft entgegengebracht wird. Wir sagen daher an dieser Stelle Danke für die unglaublich herzliche und tatkräftig angebotene Unterstützung auf allen Ebenen! Gemeinsam mit allen Menschen und Akteuren, die sich für eine offene Gesellschaft und das Bekenntnis „Nie wieder!“ einsetzen, werden wir versuchen die angegriffenen Bäume zu retten und neue Gedenkbäume pflanzen.

Wie kann man das Projekt „1000 Buchen“ unterstützen?

Spende

Konkret können Sie unser Gedenkprojekt „1000 Buchen“ mit einer Spende unterstützen. Die Spenden verwenden wir zur Rettung der angegriffenen Bäume bzw. für ihren Ersatz. Wir freuen uns über jeden Betrag!

Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V.
Sparkasse Mittelthüringen
Verwendungszeck: „Hilfe 1000 Buchen“
IBAN DE21 8205 1000 0301 0085 07
BIC HELADEF1WEM

Baumpat*innenschaft

Für unsere große Pflanzaktion im Herbst dieses Jahres suchen wir Vereine, Privatpersonen, Organisationen und Parteien, die einen neuen Gedenkbaum im Projekt pflanzen wollen. Eine Baumpat*innenschaft kostet 750 EUR und beinhaltet die Pflanzung eines Baumes, seine 3-jährige Pflege und ein Gedenkschild.

Wer Interesse an einer Pat*innenschaft hat, gibt dies per E-Mail bitte an 1000buchen(at)lhw-we-ap.de bekannt.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir erst im Herbst neue Bäume pflanzen können, aktuell ist keine geeignete Pflanzzeit für Bäume. Deshalb planen wir im Herbst eine große, gemeinsame Pflanzaktion. Wenn wir wissen wie viele Bäume gepflanzt werden sollen, suchen wir den zukünftigen Standort aus. Sobald wir mit den Vorbereitungen soweit sind, dass wir mit Ihnen konkrete Absprachen treffen können, melden wir uns bei Ihnen.

 

Das Projekt „1000 Buchen“ lebt nicht allein durch unsere Bäume, sondern vor allem durch die vielen Menschen, die sich darin engagieren. All diejenigen, die spenden und Bäume pflanzen und damit die Erinnerung lebendig halten. Menschen, die sich für eine tolerante, weltoffene und vielfältige Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Rassismus einsetzen.

Auf unserer Website finden Sie alle Informationen zu unserem Projekt „1000 Buchen“ und ausgewählte Presseartikel zum aktuellen Vorfall: 1000 Buchen – Ein lebendiges Gedenken | Lebenshilfe-Werk Weimar-Apolda e.V. (lebenshilfewerk-weimar-apolda.de)

Erklärung des Internationalen Komitee Buchenwald Dora und Kommandos
zur Zerstörung von Opfern des KZ Buchenwald gewidmeten Gedenkbäumen


Das Internationale Komitee Buchenwald Dora und Kommandos ist zutiefst empört und verurteilt aufs
Schärfste die abscheulichen Akte von Vandalismus, die vor zwei Tagen gegen die Erinnerung an die
Deportierten verübt wurden. Sieben zum Gedenken an die Opfer des KZ Buchenwald gepflanzten Bäume
im Wald neben dem Obelisken an der Blutstraße nach Buchenwald wurden mutwillig zerstört.


Diese Bäume ehrten das Andenken und den Mut deutscher Antifaschisten, Emil Carlebach, Otto Kipp,
Erich Loch, Reinhold Lochmann, August Stötzel; sie ehrten die 1.600 Kinder und Jugendlichen, die
Buchenwald nicht überlebten, und schließlich den französischen Ingenieur und Luftfahrtunternehmer,
Marcel Dassault. Die zerstörten Bäume symbolisierten das Leben, ihr Leben, ihr Opfer.


Die Angriffe richten sich gegen die Erinnerung an den Widerstand deutscher Kommunisten gegen das NS
Regime. Sie richten aber genauso gegen das internationale Gedenken an die Deportierten.
Niemals aber
werden wir vergessen, dass die deutschen Antifaschist*innen die extreme Gefahr des illegalen Kampfes für
die Erhaltung menschlicher Werte der Kompromittierung durch die Nazis vorzogen.
Wir vergessen niemals
das Opfer hunderter Kinder, die als Begleiter in den Tod kaum ältere Jugendlichen hatten, die das gleiche
Schicksal erwartete. Wir vergessen auch nie die Entschlossenheit des Ingenieurs Marcel Dassault aus
Frankreich, der sich noch in der Konzentrationslagerhaft weigerte für die Nazis zu arbeiten, und auch nicht
den Mut des internationalen Lagerkomitees, damals im Untergrund, um ihn zu retten.


Das IKBD wird sich niemals von denen entmutigen lassen, die sich gegen Demokratie und für
Antisemitismus und Antiziganismus einsetzen, und wird den Kampf gegen jede neonazistische Gewalt im
Namen der Opfer der Nazi-Barbarei und der Werte des Schwures von Buchenwald fortsetzen.


Nur Bildung wird sich gegen Ideologie, Wissen gegen Ignoranz, demokratisches Handeln gegen Vergessen
und Gewalt durchsetzen. Das IKBD arbeitet mit all jenen Männern und Frauen, Politiker*innen,
Verantwortlichen für die Erinnerung, Bürger*innen aus Deutschland und ganz Europa zusammen, die sich
täglich für den Aufbau einer gerechteren Zivilgesellschaft einsetzen, in der jeder Mensch seinen Platz findet
und Würde erlangt, in der auch jeder Tote respektiert wird, eine Gesellschaft, die aus der Vergangenheit
gelernt hat.


Im Namen der überlebenden Häftlinge von Buchenwald-Dora und Kommandos, im Namen der Opfer der
Konzentrationslager, ruft das Internationale Komitee, Buchenwald Dora – und Kommandos alle
demokratischen Kräfte der Stadt Weimar, Thüringen, Deutschland und Europa auf, ihre Reihen zu
schließen, damit kein weiterer Baum abgesägt, sondern der Weg zum Faschismus zerstört wird.

 

Das Internationale Komitee Buchenwald Dora am 21.07.2022

21.07.2022
Wieder Anschlag auf Weimarer Gedenkprojekt “1000 Buchen”

Tat am Jahrestag des Hitlerattentats entdeckt

Erneut sind Bäume des lebendigen Gedenkprojekts „1000 Buchen“ zerstört worden. Unbekannte haben sieben von zwölf Bäumen in der Nähe der Gedenkstätte Buchenwald abgesägt oder abgebrochen. Entdeckt wurde die Tat am Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler 1944. Die Stadt Weimar, die Gedenkstätte Buchenwald und das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda sind entsetzt. Die Gedenkbäume werden seit 1999 entlang der Todesmarschrouten aus Buchenwald gepflanzt. Schon 2019 und 2020 hatte es Anschläge gegeben.

Der stellvertretene Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, Philipp Neumann-Thein, hat den Anschlag am Mittwochmorgen bemerkt: „Noch am Montag war alles in Ordnung. Und dann diese massiven Zerstörungen. Ich habe direkt Anzeige bei der Polizei erstattet.“

Die 12 Bäume waren in einem feierlichen Akt im Jahr 2015 gepflanzt worden. Jeder Baum erhielt eine Tafel in Gedenken an unterschiedliche Opfergruppen oder auch an einzelne Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Auch Angehörige waren vor Ort.

Das Projekt „1000 Buchen“ wurde vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda im Jahr 1999 ins Leben gerufen. Dessen Vorstandsvorsitzende Rola Zimmer ist entsetzt: „Das hier erneut das Andenken an Opfer der NS-Barbarei und des Holocausts geschändet wird, ist unerträglich. Wir hoffen, dass die Polizei diesmal erfolgreich sein wird.“

Auch Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine hofft auf Ermittlungserfolge: „Das ist kein Streich, das ist ein Verbrechen. Wir dürfen und werden bei diesen Taten nicht wegschauen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt die geschändeten Bäume ersetzt.“

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Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute der Häftlinge entsteht Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften finanzieren.

Kontakte:

Pressestelle der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Lebenshilfe-Werk Weimar/ Apolda und Stadt Weimar

Aktuelles – 1000 Buchen

Erst vor wenigen Tagen wurden an der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar Erinnerungsbäume abgesägt – nun knickten Unbekannte erneut Bäume ab, die an KZ-Opfer erinnern sollen.

Nahe des Konzentrationslagers Buchenwald wurde ein Gedenkbaum abgesägt. (20.07.2022)

Nahe des Konzentrationslagers Buchenwald wurde bereits am Mittwoch ein Gedenkbaum abgesägt.
Quelle: Gedenkstätte Buchenwald

 

Wenige Tage nach der Zerstörung von Gedenkbäumen nahe dem ehemaligen NS-Konzentrationslager Buchenwald sind unweit von Weimar erneut beschädigte Bäume zur Erinnerung an KZ-Opfer entdeckt worden. Die beiden Kastanien stehen an einem Weg bei Schöndorf, einem nahe dem Lager gelegenen Ortsteil von Weimar, wie die Geschäftsführerin des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda, Rola Zimmer, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Frauen aus dem Ort hatten die Beschädigung am Morgen gesehen. Die Polizei sei informiert. Die Landeseinsatzzentrale bestätigte dies. Der Sachverhalt werde derzeit vom Landeskriminalamt geprüft, Einsatzkräfte seien vor Ort, sagte ein Sprecher. Weitere Details waren am Samstag nicht bekannt. Schöndorf liegt wenige Kilometer entfernt vom einstigen KZ.

Erst kürzlich sieben Bäume abgesägt

Die Stelle, an der die beschädigten Bäume gefunden wurden, ist Zimmer zufolge Teil einer Route der “Todesmärsche” von KZ-Häftlingen. Der Begriff steht für die Räumung des Lagers, mit der die Nazis kurz vor dessen Befreiung Anfang April 1945 begonnen hatten. Tausende Häftlinge wurden in Richtung anderer KZ wie Flossenbürg und Dachau getrieben, viele überlebten dies nicht.

Erst vor wenigen Tagen waren an einer anderen Stelle im Umfeld der Gedenkstätte sieben Gedenkbäume für KZ-Opfer von Unbekannten abgesägt worden. Die Tat nahe der Trasse der ehemaligen Buchenwaldbahn, mit der Menschen aus ganz Europa von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager gebracht worden waren, wurde am Mittwoch bekannt.
Sie hat auch international für Empörung gesorgt.

Baumexperte versucht, abgesägte Bäume zu retten

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte im Kurznachrichtendienst Twitter an, er werde sich an der Neupflanzung von Bäumen beteiligen. Ein Landschaftsgärtner versuchte, die Bäume zu retten, in dem er sie wieder zusammensetzte und mit einem Lehmverband versah.

In das Konzentrationslager Buchenwald hatten die Nazis 280.000 Menschen verschleppt. Etwa 56.000 von ihnen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten und medizinischen Experimenten. Am 11. April 1945 befreiten US-Truppen das Lager. Tausende Häftlinge waren zuvor noch auf sogenannten Todesmärschen ums Leben gekommen.

Die zerstörten Bäume gehörten zu einem vom Lebenshilfe-Werk koordinierten Gedenkprojekt “1.000 Buchen”. Seit 1999 werden hier jährlich Bäume für NS-Opfer gepflanzt.

Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/weimar-baeume-abgesaegt-100.html

Schon wieder Gedenkbäume bei Weimar zerstört

Es ist eine Nachricht, die für Aufregung und Entsetzen sorgt: Nahe der Gedenkstätte Buchenwald haben Unbekannte sieben sogenannte Erinnerungsbäume abgesägt, die an Opfer des NS-Konzentrationslagers erinnern sollen.

Quelle: https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-640654.html

Unbekannte sägen “Erinnerungsbäume” ab [Video]

Tat am Jahrestag des Hitlerattentats entdeckt

Erneut sind Bäume des lebendigen Gedenkprojekts „1000 Buchen“ zerstört worden. Unbekannte haben sieben von zwölf Bäumen in der Nähe der Gedenkstätte Buchenwald abgesägt oder abgebrochen. Entdeckt wurde die Tat am Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler 1944. Die Stadt Weimar, die Gedenkstätte Buchenwald und das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda sind entsetzt. Die Gedenkbäume werden seit 1999 entlang der Todesmarschrouten aus Buchenwald gepflanzt. Schon 2019 und 2020 hatte es Anschläge gegeben.

Der stellvertretene Direktor der Gedenkstätte Buchenwald, Philipp Neumann-Thein, hat den Anschlag am Mittwochmorgen bemerkt: „Noch am Montag war alles in Ordnung. Und dann diese massiven Zerstörungen. Ich habe direkt Anzeige bei der Polizei erstattet.“

Die 12 Bäume waren in einem feierlichen Akt im Jahr 2015 gepflanzt worden. Jeder Baum erhielt eine Tafel in Gedenken an unterschiedliche Opfergruppen oder auch an einzelne Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Auch Angehörige waren vor Ort.

Das Projekt „1000 Buchen“ wurde vom Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda im Jahr 1999 ins Leben gerufen. Dessen Vorstandsvorsitzende Rola Zimmer ist entsetzt: „Das hier erneut das Andenken an Opfer der NS-Barbarei und des Holocausts geschändet wird, ist unerträglich. Wir hoffen, dass die Polizei diesmal erfolgreich sein wird.“

Auch Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine hofft auf Ermittlungserfolge: „Das ist kein Streich, das ist ein Verbrechen. Wir dürfen und werden bei diesen Taten nicht wegschauen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Stadt die geschändeten Bäume ersetzt.“

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Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute der Häftlinge entsteht Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften finanzieren.

Kontakte:

Pressestelle der Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Lebenshilfe-Werk Weimar/ Apolda und Stadt Weimar

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Wir begrüßen diese Initiative der Stadt sehr. Denn die Häufung der Schändungen hat gezeigt, dass hier gezielt vorgegangen wird. Das ist nicht hinnehmbar. Egal ob beschmierte Stolpersteine, geschändete Denkmale oder zerstörte Bäume. Jeder dieser Anschläge ist ein Anschlag auf unsere offene Gesellschaft und ihre Werte.

❗ Abgesägte Gedenkbäume: Stadt Weimar setzt 10.000 Euro Belohnung zur Ergreifung der Täter/innen aus❗

Nach der gestern bekannt gewordenen Schändung von sieben Gedenkbäumen zur Erinnerung an NS-Opfer auf dem Ettersberg hat die Stadt Weimar

➡️ eine Belohnung von 10.000 Euro zur Ergreifung der Täter/innen ausgesetzt.

➡️ Sachdienliche Hinweise sind an die Polizeiinspektion Weimar zu richten.

„Dieser barbarische und feige Zerstörungsakt darf nicht ohne Konsequenzen für diejenigen bleiben, die ihn verübt haben. Die Stadt Weimar wird zusätzlich zum ausgesetzten Belohnungsgeld auch bei der Beschaffung und Pflanzung von Ersatzbäumen unterstützen“, versicherte Oberbürgermeister Peter Kleine.

Die Bäume waren 2015 im Rahmen des Projektes „1.000 Buchen“ in der Nähe des Obelisken gepflanzt worden. Jeder Baum erhielt eine Tafel im Gedenken an unterschiedliche Opfergruppen – unter anderem Kinder – oder auch an einzelne Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald. Auch Angehörige waren damals vor Ort. Die Gedenkbäume werden seit 1999 entlang der Todesmarschroute aus Buchenwald gepflanzt. Schon 2019 und 2020 hatte es Anschläge gegeben.

Wieder Anschlag auf Weimarer Gedenkprojekt „1000 Buchen“

Der Kindergarten Am Goldberg in Niedertrebra unter der Trägerschaft des Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. befindet sich seit fast einem Jahr im Modellprojekt. Der kleine Kindergarten mit acht pädagogischen Fachkräften und einer Aufnahmekapazität von 50 Kindern setzte sich im Projektverlauf das Ziel „Partizipation und Vielfältigkeit“. Wie Veränderung und Wandel in der Einrichtung gelingt, zeigt der Einblick in die Praxis.

Der erste Schritt der Fortbewegungswelle in Niedertrebra begann mit der Bewerbung für das Modellprojekt „Vielfalt vor Ort begegnen“. Die Freude war groß als der Zuschlag ins Haus kam. Es wurde ein Tandem aus der Einrichtungsleiterin Andrea Denner und der zusätzlichen Fachkraft Claudia Beyer gebildet. Gemeinsam schufen die Pädagog*innen des Kindergartens eine Motivationsgrundlage und erarbeiteten einen Einarbeitungsplan für die im Projekt angestellte Pädagogin Claudia Beyer und einen Fragebogen. Dieser verschaffte einen Einblick in die Teamstrukturen und die Wünsche & Anregungen der Pädagog*innen und der Familien im Kindergarten.

Ein Ziel im Projekt ist die Teampartizipation. In sogenannten Qualitätsrunden werden im 14-tägigen Rhythmus jeweils einstündige Treffen mit einer Hälfte des Teams organisiert. Es werden relevante Themen aus dem Kindergarten Alltag besprochen und inhaltlich sowie methodisch von der Steuerfachkraft begleitet. Dies wird in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt und mit der Fachberaterin „Vielfalt vor Ort begegnen“ Frau Steinmetzer begleitet. Ein weiteres zentrales Element des Projektes ist die Videoanalyse. Monatlich wird ein Video durch die Steuerfachkraft aufgenommen und mit der beteiligten pädagogischen Fachkraft ausgewertet. Als methodische Grundlage dient hierbei die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg, bei der zwei Perspektiven eingenommen werden: die der pädagogischen Fachkraft und die des Kindes bzw. der Kindergruppe. In Anlehnung an die Methodik „Marte Meo“ nach Maria Aarts werden dabei Entwicklungsgelegenheiten geschaffen.

Wahrnehmung, Blickkontakt, das Benennen der Tätigkeiten, Bestätigung und Lob sowie Warten und Geduld werden aus dem Video herausgearbeitet und mit der pädagogischen Fachkraft reflektiert. Die eigenständigen Erkenntnisse sorgen dabei für einen nachhaltigeren und intensiveren Effekt bei der Entwicklung des Habitus (Gesamterscheinungsbild nach Pierre Bourdieu). Das Wahrnehmen, Verstehen und Akzeptieren der Bedürfnisse von Kind und Pädagog*in schärft den Blick der Pädagog*innen für ein selbstreflektiertes Handeln. Auch für das Ziel einer gelingenden Teamarbeit durch Mitbestimmung
und Austausch ist dieser Aspekt ein wichtiger Faktor.

Vielfalt wahrnehmen setzt bei Verständnis und Akzeptanz an, Vielfalt leben bei Kommunikation und Perspektivwechsel. Die Voraussetzung dafür, das Erkennen der eigenen Bedürfnisse im Arbeitsalltag.

Newsletter_Juni_22_Patizipation_Kindeswohl.pdf (2MB)

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