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Erinnerung lebendig halten – Neupflanzungen im Projekt „1000 Buchen“

Tiefe Betroffenheit, grenzüberschreitende Solidarität und eine Welle der Hilfsbereitschaft lösten im Sommer die zwei Angriffe auf Bäume des integrativen Gedenkprojekts „1000 Buchen“ in Weimar aus. Dabei waren mindestens sieben Bäume, die an die Todesmärsche von Buchenwald erinnern, an- oder abgesägt worden. Im Rahmen der inzwischen 53. Pflanzaktion pflanzte die Weimarer Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen am Donnerstag in Kromsdorf einen Apfelbaum.

Die erste Nachpflanzung zerstörter Bäume erfolgt Dienstag, 29.10.2019, in Weimar-Schöndorf unterhalb der Alten Bahnhofstraße. Beginn ist 13.30 Uhr. Alle sind herzlich eingeladen.

In Schöndorf sägten Unbekannte Anfang Juli die kompletten kronenführenden Äste zweier Kastanien ab, die im Jahr 2007 im Rahmen des Gedenkprojekts „1000 Buchen“ gepflanzt worden waren. Eine Rotblühende Kastanie, für die Weimars damaliger Bürgermeister Christoph Schwind Pate gestanden hatte, ging ein. Der zweite Baum überstand den Angriff, gegen die Prognosen hinzugezogener Fachleute.

Die Ersatzpflanzung wird Weimars Bürgermeister Ralf Kirsten vornehmen. Paten für weitere Bäume an diesem Tag sind:

Thomas Gottweiss, Bürgermeister der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße.
Gunter Braniek, Ortsteilbürgermeister von Kromsdorf.
Prof. Dr. Köhler aus Jena, dessen erster Baum die Attacke beschädigt überstand, pflanzt im Namen seiner verstorbenen Frau eine Esskastanie.

Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das integrative Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute entsteht Baum für Baum ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften finanzieren.

Alle beigefügten Inhalte sind zur Veröffentlichung in diesem Kontext freigegeben. Personen auf dem Bild sind von links nach rechts:

Falk Jonscher, Leiter der Gartengruppe,
Martina Heller, Projektleiterin „1000 Buchen“,
Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt, Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Weimarer Stadtrat,
Ines Bolle, Fraktionsgeschäftsführerin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Weimarer Stadtrat.
Im Hintergrund der gepflanzte Apfelbaum.

Erinnerung lebendig halten – Neupflanzungen im Projekt „1000 Buchen“

Am 16.10.2019 war der erste Spatenstich für den Neubau unseres Kindergartens Moorentaler Spatzen. Wir alle freuen uns sehr auf das neue Haus.

Danke an die Stadt Apolda als Bauherr!

Neubau unseres Kindergartens Moorentaler Spatzen

Die Verständlichkeit der Wahlprogramme für Menschen mit Behinderungen wird von vielen Befragten bemängelt, so ein Ergebnis des 4. Inklusionsmonitors. Genau an diesem Punkt setzte der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. an und startete bereits im Juni eine umfangreiche Informationskampagne rund um die Thüringer Landtagswahl 2019. Ziel ist es, vor allem Menschen mit Behinderungen über die Wahl, die einzelnen Parteien und deren Programme zu informieren, um sie nicht nur zum Wählen zu motivieren, sondern ihnen gleichzeitig eine gut fundierte Entscheidung zu ermöglichen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Büro für Leichte Sprache und den Selbstvertretungen der Menschen mit Behinderungen wurden zahlreiche Informationsangebote auf den Weg gebracht. So widmen sich verschiedene Workshops leicht verständlichen Fragen wie „Wie geht das mit dem Wählen?“, „Warum sollte ich wählen?“ oder „Was hat Politik mit mir und meinem Leben zu tun?“. In einer Werkstatt des Vereins wurde eigens ein mobiles Wahllokal gebaut, das von Einrichtung zu Einrichtung wandert und den Menschen dort ermöglicht, das Wählen schon einmal vorab auszuprobieren und so Berührungsängste abzubauen. Ein Spezial-Teil zur Wahl in Leichter Sprache informiert in der Zeitschrift „mittendrin“ über den Landtag, die Parteien, die Wahl im Wahllokal und per Briefwahl und vieles mehr. Darüber hinaus sammelten Menschen mit Behinderungen Fragen, die ihnen wichtig sind. Diese wurden den sechs größten Parteien gestellt, Fragen und Antworten in Alltags- und in einfacher Sprache allen Menschen im Lebenshilfe-Werk zugänglich gemacht. „Wir freuen uns, dass bei der Landtagswahl am 27. Oktober auch Menschen ihre Stimme abgeben können, die unter gesetzlicher Betreuung stehen. Für das Recht eines und einer jeden haben wir uns seit Jahren stark gemacht. Nun wollen wir dazu beitragen, dass sie auch eine gute Basis erhalten, um dieses Recht wahrnehmen zu können“, sagt Rola Zimmer, Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werks.

Die Befragung der Parteien finden Sie in Alltags- und in einfacher Sprache hier.

Zum Interview von Radio LOTTE gehts hier

Fragen und Antworten der Parteien in Leichter Sprache

PDF-Datei (758KB)

Fragen und Antworten der Parteien in Alltagssprache

PDF-Datei (656KB)

Wahlprojekt

Wählen leicht gemacht – Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda fördert politische Bildung

Unter diesem Titel sendet der MDR Thüringen in der Rubrik „Augenblick mal“ am 09.07. einen Radiobeitrag über das integrative Gedenk-Projekt „1000 Buchen“. Unter folgendem Link können Sie den Beitrag auch hören: https://www.mdr.de/mdr-thueringen/augenblick-mal-wort-zum-tag-kirche-100.html

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