Nie wieder ist JETZT! – Öffentliche Gedenkveranstaltung an die Toten des 9. Februar 1945
Auch in diesem Jahr laden das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda, Oberbürgermeister Peter Kleine und die Senioren-AG60plus der Weimarer SPD zum öffentlichen Gedenken an die Toten des 9. Februar 2024 ein.
Ort: Hufeland-Kindergarten in der Richard-Strauß-Straße 4
Zeit: Freitag, 9. Februar 2024, 9:00 Uhr
Bei den alliierten Fliegerangriffen auf die Stadt Weimar waren etwa 1100 Menschen ums Leben gekommen. Ziel waren die Gustloff-Rüstungswerke, doch auch Teile der Innenstadt wurden getroffen. Unter den Toten waren rund 600 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene, die in dem Rüstungswerk Zwangsarbeit verrichteten. Eine Bombe schlug in den Kindergarten der damaligen Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt ein. Dabei starben mindestens 31 Kinder an der Stelle, an der heute der Kindergarten Hufeland des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda steht. In Weimar starben insgesamt etwa 85 Kinder. Eine Gedenktafel am Kindergarten erinnert an die Kinder und Erwachsenen, die ums Leben kamen.
Für Rola Zimmer, Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werks, ist es wichtig, dass das Gedenken aus der Mitte der Gesellschaft kommt und nicht den Geschichtsrevisionisten überlassen wird: „Der 9. Februar steht exemplarisch für einen verbrecherischen Krieg, der von deutschem Boden ausging. Er führte zu unschuldigen Opfern auf allen Seiten. Noch heute leben Menschen in Weimar, die sich an diesen grauenvollen Tag erinnern. Dieser eine Tag reicht, um sich immer wieder klar zu machen, dass Hass und Rassismus Menschenleben vernichten. Wenn wir heute in die Welt schauen, müssen wir feststellen, dass Krieg keine abstrakte Größe, sondern in vielen Regionen fürchterliche Realität ist. Wenn in diesen Tagen Hunderttausende gegen Rechtsextremismus und Faschismus auf die Straßen gehen, ist das ein sichtbares Bekenntnis für das NIE WIEDER!“
Rola Zimmer ergänzt, dass der Krieg und das Sterben auch nach dem 2.Februar 1945 andauerten. So erinnert das Gedenkprojekt 1000 Buchen des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda an die vielen Menschen, die auf den Todesmärschen aus dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald ums Leben kamen.
