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Digitale Impfbescheinigung jetzt abrufbar!

Wer sich in einem Thüringer Impfzentrum impfen hat lassen, kann sich ab sofort seine persönliche Impfbescheinigung digital ausstellen lassen und diese nach belieben speichern und ausdrucken.
Eine tolle Sache, denn dann muss man künftig nicht seinen Impfpass als Nachweis mitführen.

Digitale Impfbescheinigung jetzt abrufbar!

Der Landessportbund Thüringen, der Thüringer Fußball-Verband, Special Olympics Thüringen, die LAG der Werkstätten für Menschen mit Behinderung und das Ehrenamtszentrum Weimarer Land wollen die diesjährige Inklusionswoche digital gestalten. Deshalb bieten sie vom 3. bis 7. Mai Workshops für die Zielgruppe Menschen mit Behinderung und ÜL*innen zu den Themen sexualisierte Gewalt, Fußball, digitale Barrierefreiheit, Ehrenamt und gesunde Ernährung an.

Das gesamte Programm finden Sie hier.

Digitale Sport-Inklusionswoche

Der vergangene Woche bekannt gewordene Arbeitsentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium zum Pflegereformgesetz stößt bei den Fachverbänden für Menschen mit Behinderung auf große Verärgerung. Vorgesehen ist darin, dass ein Teil der sogenannten Verhinderungspflege künftig einer längeren Verhinderung der Pflegeperson vorbehalten bleibt. Für die stundenweise Inanspruchnahme der Verhinderungspflege sollen dagegen ab dem 1. Juli 2022 nur noch maximal 40 Prozent des Gesamtjahresbetrags zur Verfügung stehen.

„Im Ergebnis werden durch diese Regelung die Mittel für die flexible Einsetzbarkeit der Verhinderungspflege um fast 50 Prozent gekürzt“, erläutert Helga Kiel, Vorsitzende des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm). „Derzeit stehen für die stundenweise Inanspruchnahme von Verhinderungspflege jährlich 2418 Euro zur Verfügung, künftig sollen es nur noch 1320 Euro im Jahr sein. Das ist ein Schlag ins Gesicht für Eltern behinderter Kinder.“

Die Fachverbände treten deshalb den Plänen von Gesundheitsminister Jens Spahn zur Einschränkung der derzeitigen Flexibilität von Verhinderungspflege entschieden entgegen. Gerade die Möglichkeit, Verhinderungspflege stundenweise in Anspruch zu nehmen, ist für Familien mit behinderten Kindern von besonderer Bedeutung, da hierdurch kurzfristige Auszeiten von der Pflege im nicht immer planbaren Pflege- und Familienalltag realisiert werden können. Für viele Familien ist die stundenweise Inanspruchnahme auch die einzige Möglichkeit, Verhinderungspflege geltend zu machen, da insbesondere für Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf nicht genügend geeignete Ersatzpflegeangebote für längere Zeiträume zur Verfügung stehen. Entlastung kann nur effektiv sein, wenn sie flexibel, ganz nach Bedarf genutzt werden kann. Auf Eltern behinderter Kinder, die durch die Corona-Pandemie ohnehin schon hochgradig belastet sind, sollte gerade jetzt besonders Rücksicht genommen werden.

Mehrfach hatten sich die Fachverbände deshalb auch bereits im Vorfeld des nun bekannt gewordenen Arbeitsentwurfs an Jens Spahn gewandt, um auf die besondere Situation von Familien mit behinderten Kindern und die Bedeutung der Verhinderungspflege für diesen Personenkreis aufmerksam zu machen. „Eine Antwort auf unsere Schreiben haben wir bis heute nicht erhalten“, macht Kiel deutlich. „Unsere Gesprächsangebote zu diesem Thema wurden geflissentlich ignoriert. Stattdessen werden wir nun mit dem Arbeitsentwurf zum Pflegereformgesetz vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Auch an vielen anderen Stellen macht sich Protest gegen die Pläne von Jens Spahn breit. So hat eine Petition unter www.openpetition.de/!pflegereform mit dem Titel „Keine Einschränkung der Flexibilität von Verhinderungspflege durch die Pflegereform 2021!“ bereits über 20.000 Unterstützende gefunden, darunter viele Eltern behinderter Kinder. Zur Motivation für die Unterzeichnung der Petition schreibt dort ein Unterzeichner treffend: „Ich bin Vater eines schwerbehinderten Kindes. Die Planungen für das neue Gesetz sind offensichtlich auf der Grundlage von Überlegungen geschehen, die mit unserer Realität nichts zu tun haben.“

Zum Hintergrund:

Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI wird gewährt, wenn eine Pflegeperson wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen Gründen an der Pflege gehindert ist. Für die Verhinderungspflege steht derzeit ein jährlicher Betrag von 1612 Euro zur Verfügung, der um bis zu 806 Euro aus Mitteln der Kurzzeitpflege auf insgesamt 2418 Euro aufgestockt werden kann. Anders als die Kurzzeitpflege, die nur in bestimmten stationären Einrichtungen in Anspruch genommen werden darf, ist die Verhinderungspflege sehr flexibel einsetzbar. So kann sie beispielsweise durch nicht erwerbsmäßig pflegende Personen, wie Angehörige oder Nachbarn oder Familienunterstützende Dienste, erbracht werden. Sie kann mehrere Wochen am Stück, aber auch tage- oder stundenweise in Anspruch genommen werden. Aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeit ist die Verhinderungspflege die wichtigste Entlastungsleistung in der Pflegeversicherung für Familien mit behinderten Kindern.

Der Arbeitsentwurf zum Pflegereformgesetz von Jens Spahn vom 15.3.2021 sieht im neuen § 42a SGB XI einen Gemeinsamen Jahresbetrag in Höhe von 3300 Euro für Leistungen der Verhinderungspflege und Leistungen der Kurzzeitpflege vor. Von diesem Betrag dürfen künftig aber nur 40 Prozent, also 1320 Euro, für Leistungen der stundenweisen Verhinderungspflege eingesetzt werden.

Pflegereform 2021: Jens Spahn ignoriert die Belange von Menschen mit Behinderung und ihren Familien

Wir sind so stolz: Unsere Sophie (14 Jahre) aus dem Kinder- und Jugendwohnheim in der Tiefurter Allee wurde am 5. März von der Stadt Weimar und dem Stadtsportbund (SSB) als Sportlerin des Jahres 2020 ausgezeichnet. Anlass war ihre großartige Leistung bei den Nationalen Winterspielen der Special Olympics im Vorjahr in Berchtesgaden. Sie hat sich damit für die Special Olympics World Winter Games 2022 in Kasan qualifiziert.

Sophie ist mittlerweile Teil des Kaderprogramms der Paralympics-Eissportgruppe des Eissportzentrums Erfurt. Möglich machten das die Stiftung Lebenshilfe Weimar/Apolda sowie die Sparkassenstiftung Weimar/Weimarer Land, die Sophies finanziell unterstützen.

Herzlichen Glückwunsch, Sophie! Mach weiter so!

Sophie Nowak ist Sportlerin des Jahres 2020

Wir sind dabei!
Unser Lebenshilfe-Werk positioniert sich für eine menschliche und lebenswerte Zukunft. Deshalb haben wir die Erklärung der Aktion “WIR für Menschlichkeit und Vielfalt” mitgezeichnet. Damit zeigen wir zum Auftakt des Superwahljahres 2021 gemeinsam mit Hunderten von Verbänden, Initiativen und Einrichtungen aus dem Bereich der Behindertenhilfe und der Sozialen Psychiatrie eine klare Haltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus.

Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass

  • sich Hass und Gewalt nicht weiter ausbreiten können,
  • niemand das Recht auf Leben von Menschen mit Behinderungen in Frage stellen darf und
  • Menschen nicht ausgegrenzt, benachteiligt und diskriminiert werden.

WIR für Menschlichkeit und Vielfalt

Der Eltern- und Angehörigen-Rat und der Lebenshilfe Landesverband haben eine Petition zur Verbesserung der Situation von Menschen mit geistiger und/oder Mehrfachbehinderung im Krankenhaus in den Thüringer Landtag eingereicht.
Die Petition wird bis zum 12.04.2021 online veröffentlicht und kann in dieser Zeit mitgezeichnet werden.
Gebraucht werden 1.500 Mitzeichnungen!

In Thüringen können Petitionen nur online mitgezeichnet werden.
Zusätzlich sollen aber auch Unterschriftenlisten eingereicht werden, als Beteiligungsmöglichkeit für alle, für die das Internet eine Barriere darstellt. Die Unterschriftenlisten müssen vom Petitionsausschuss allerdings nicht anerkannt werden.

Dies ist der Link zur Online-Petition: https://petitionen.thueringer-landtag.de/

Bitte machen Sie unsere Petition in Ihren Einrichtungen und Diensten und bei den Eltern und Angehörigen bekannt.
Diese Unterlagen können verschickt und ausgelegt werden:

Zu den Unterschriftenlisten: Es ist ausreichend, dass Name, Vorname und Unterschrift auf den Listen vorhanden sind.
In einem dafür vorgesehenen Kästchen bitte noch den Namen und die Anschrift der Einrichtung/des Dienstes eingetragen, in dem die jeweiligen Listen ausliegen. Die Listen bitte bis zum 13.04.2021 an uns zurücksenden (wir leiten Sie an den Petitionsausschuss weiter).

Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung –
Landesverband Thüringen e.V.
Rudolstädter Str. 39
07745 Jena
Tel: 03641 334395
Fax: 03641 336507
Katja.heinrich(at)lebenshilfe-thueringen.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Petition für Menschen mit Behinderungen im Krankenhaus – Bitte um Unterstützung

In seinem Info-Brief #21 stellt der Lebenshilfe Landesverband Thüringen aktuelle Entwicklungen, die Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige betreffen, kurz und verständlich zusammen.

Info-Brief des Lebenshilfe Landesverbandes für Angehörige

Die Stiftung Lebenshilfe Weimar/Apolda erhielt im Rahmen der Aktion „Mehrwert statt Mini-Rabatte“ der Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft eG Weimar (EVG) eine Spende in Höhe von 3418 EUR.
Durch die Gelder können nun Projekte von und für Menschen mit Behinderungen unterstützt werden.
„Vielen Dank an die EVG, dass sie unsere Stiftung für die Teilnahme an ihrer Spendenaktion ausgewählt hat. Und ein herzliches Dankeschön natürlich auch an alle, die im Dezember für uns abgestimmt und so dazu beigetragen haben, dass die Mittel Menschen mit Behinderungen in Weimar und dem Weimarer Land zugutekommen können. Wir freuen uns sehr!“, sagt Rola Zimmer, Vorsitzende des Stiftungsvorstands.

Von Juli bis Dezember 2020 galten ermäßigte Mehrwertsteuer-Sätze. Die EVG beschloss, ihre Preise nicht anzupassen, sondern die entstehenden Mehreinnahmen in voller Höhe an verschiedene Initiativen und Organisationen zu spenden. Monatlich konnte online abgestimmt werden, wer welchen Anteil an den Spenden erhalten soll. Insgesamt sind bei der Aktion 29.600 EUR zusammengekommen.

Die Stiftung Lebenshilfe Weimar/Apolda setzt sich für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und somit die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gemeinschaft ein. Sie fördert und unterstützt vor allem Projekte und Personen im Lebenshilfe-Werk und in der Region und zwar immer dann, wenn die staatlichen Hilfen nicht greifen und andere Finanzierungsquellen ausgeschöpft sind. Das können zum Beispiel besondere Spielgeräte in der Frühförderung, ein inklusives Freizeitprojekt oder Bildungsangebote für einzelne Menschen sein – Dinge, die ohne die Unterstützung der Stiftung nicht realisiert werden können.

Das Lebenshilfe-Werk hat sich 2008 zur Gründung der Stiftung Lebenshilfe Weimar/Apolda entschlossen, um aktiv die Zukunft zu gestalten – in der Überzeugung, dass bürgerschaftliches Engagement zukünftig immer wichtiger wird, um die Vision einer inklusiven Gesellschaft umzusetzen.

Mehrwert statt Mini-Rabatte – EVG unterstützt Stiftung Lebenshilfe Weimar/Apolda

Traditionell erinnert das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda mit Vertreter*innen der Stadt, der SPD Weimar und Weimarer Bürgerinnen und Bürgern jedes Jahr an der Gedenktafel am Kindergarten Hufeland an die Opfer der Bombenangriffe vom 9. Februar 1945. Bedingt durch die Pandemie und nun auch den massiven Schneefall kann am Jahrestag die Veranstaltung leider auch nicht in kleinem Rahmen stattfinden. Justus Lencer, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda, und der Vorstandsvorsitzenden Rola Zimmer ist es jedoch ein großes Anliegen, dass auch ohne Feierlichkeiten am heutigen Tag der Opfer der alliierten Luftangriffe gedacht wird. Die Veranstaltung selbst wird zeitnah mit der Einweihung einer neuen Gedenktafel und der Niederlegung eines Blumenbuketts nachgeholt.

„Auch wenn die Bombardierung Weimars nicht durch die Nazis selbst erfolgte, so tragen sie doch die Verantwortung dafür. Damit ist der Krieg, der von Deutschland ausgegangen ist, auf schreckliche Weise hierher zurückgekehrt. Unsere Aufgabe ist es nun, niemals zu vergessen, wie es so weit gekommen ist. Dass der bloße Gedanke, ein Leben könne weniger wert sein als ein anderes, die ganze Welt in Krieg und Verderben stürzen kann und viele unschuldige Opfer fordert“, erklärt Lencer.

Rola Zimmer fügt hinzu: „Das Gedenken an die Opfer des NS-Terrors und die Positionierung gegen jede Art von rechter Hetze, Gewalt und Diskriminierung sind zu einem festen Bestandteil unseres Selbstverständnisses geworden. Dabei denken wir nicht nur an Menschen mit Behinderung, die in furchtbarster Weise von den Auswirkungen der NS-Rassenideologie betroffen waren, sondern auch an alle, die aufgrund ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder anderen Gründen Opfer von Verfolgung, Diskriminierung und Ausgrenzung wurden und werden.“

Der 9. Februar 1945 ging als „Schwarzer Freitag“ in die Weimarer Geschichte ein. Er wurde zur größten Katastrophe, welche die Stadt bis dahin heimgesucht hatte. Gegen Mittag warfen Bomber der US Airforce 418 Tonnen hochexplosive Sprengbomben auf die Innenstadt, das Gustloff-Werk I und das Reichsbahngelände. Die Innenstadt mit ihren zahlreichen Kulturbauten wurde vollends zerstört, Wohnhäuser schwerstens beschädigt, Strom- und Wasserversorgung brachen zusammen. 2000 Menschen verloren ihr Heim, 461 Einwohner, mit ausländischen Arbeitern, Kriegsgefangenen und Häftlingen über 1100 Menschen, ihr Leben. Darunter auch Kinder: Im Kindergarten der Nationalsozialistische Volkswohlfahrt in der Richard-Strauß-Straße starben durch einen Volltreffer 31 Kinder, insgesamt in Weimar etwa 85. An der Stelle des damaligen Kindergartens steht heute der Kindergarten Hufeland des Lebenshilfe-Werks.

Gedenken an jüngste Opfer des Bombardements vom 9. Februar 1945

Menschen mit schwerstmehrfachen Behinderunge gehören zur Risikogruppe, so dass im Falle einer Corona-Infektion die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs besonders hoch ist. Viele von ihnen verzichten deshalb seit Monaten auf Teilhabe: Sie gehen nicht zur Arbeit, haben keine feste Tagesstruktur und meiden soziale Kontakte. Die Lebenshilfe Thüringen fordert, Spielräume zu nutzen und Menschen mit Behinderungen in Härtefällen früher als geplant zu impfen.

Lesen Sie mehr in einem Artikel der Thüringer Allgemeine vom 1. Februar 2021.