Zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung an die Toten des 9. Februar 1945 laden das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda, die Senioren-AG60plus der Weimarer SPD und Oberbürgermeister Peter Kleine ein. Nach drei Jahren unter Pandemiebedingungen mit sehr eingeschränktem Personenkreis wollen sie um 15 Uhr am Hufeland-Kindergarten in der Richard-Strauß-Straße 4 daran erinnern, dass bei den alliierten Fliegerangriffen auf die Stadt Weimar etwa 1100 Menschen ums Leben gekommen sind. Ziel des Bombardements waren die Gustloff-Rüstungswerke, doch auch Teile der Innenstadt wurden getroffen. Unter den Toten waren rund 600 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene, die in dem Rüstungswerk Zwangsarbeit verrichteten. Eine Bombe schlug in den Kindergarten der damaligen Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt ein und 31 Kinder starben – genau an der Stelle, an der heute der Kindergarten Hufeland des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda steht. In Weimar starben insgesamt etwa 85 Kinder.
Eine Gedenktafel am Kindergarten erinnert an die Kinder und Erwachsenen, die ums Leben kamen. Rola Zimmer, Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werkes Weimar/Apolda, erläutert: „Wir gedenken am 9. Februar der Opfer der alliierten Bombardements auf Weimar. Wir erinnern an sie im Wissen darum, dass dieser grauenhafte Krieg von deutschem Boden ausging. Und auch nach diesem Bombenangriff auf Weimar wurde das Morden im Konzentrationslager Buchenwald fortgesetzt. Selbst drüber hinaus: An die abschließenden Todesmärsche der Gefangenen erinnern wir mit unserem lebendigen Gedenkprojekt 1000 Buchen.“