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Fachverbände fordern bundesweite Corona-Prämie auch für Mitarbeitende der Behindertenhilfe

Berlin, 25. September 2020–Die Corona-Pandemie ist eine riesige Herausforderung für Pflegekräfte, die alte, kranke und beeinträchtigte Menschen versorgen. Ihre besondere Leistung wird zu Recht mit einer Corona-Prämie gewürdigt. Aber nicht weniger anstrengend waren die vergangenen Monate für Mitarbeitende in der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie, die Menschen mit Behinderung während des Lockdowns rund um die Uhr betreut und gepflegt haben. Dabei hatten sie zusätzlich mit Ängsten und Verhaltensauffälligkeiten ihrer Klienten zu tunund mussten wegen der Besuchsverbote Angehörige und Freunde emotional ersetzen. Außerdem gab es nicht immer ausreichende Schutzbekleidung, weshalb sie einem besonderen Risiko ausgesetzt waren.

Daher begrüßen die Fachverbände für Menschen mit Behinderung,dass sich einzelne Bundesländer wie zum Beispiel Bayern dazu entschieden haben, die Corona-Prämie auch an Mitarbeitende in der Behindertenhilfe auszuzahlen. Nachdem ebenfalls Pflegende in Krankenhäusern die Prämie erhalten, fordern die Fachverbände erneut: Es muss jetzt bundesweit zu Regelungen kommen, die Mitarbeitende in der Behindertenhilfe umfassend berücksichtigen.

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung repräsentieren ca. 90% der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung in Deutschland. Ethisches Fundament der Zusammenarbeit ist das gemeinsame Bekenntnis zur Menschenwürde sowie zum Recht auf Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft. Weitere Informationen unter: www.diefachverbaende.de

 

Quelle: https://www.lebenshilfe.de/presse/pressemeldung/fachverbaende-fordern-bundesweite-corona-praemie-auch-fuer-mitarbeitende-der-behindertenhilfe/

Fachverbände fordern bundesweite Corona-Prämie auch für Mitarbeitende der Behindertenhilfe

Oliver Schramm, Geschäftsführer der PROCAVE GmbH, übergab heute dem Förderhaus des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda in Weimar/Tröbsdorf eine Spende über 500 €. Davon soll ein neues Kissen zur speziellen Lagerung von Menschen mit Behinderungen in Stress- bzw. Anfallssituationen angeschafft werden. Das Lagerungskissen sorgt für körperliche und geistige Beruhigung und eine gesteigerte taktile und Selbstwahrnehmung.

„Gerade jetzt in der Krisenzeit freuen wir uns sehr über diese Unterstützung. Es ist wichtig für die Menschen, zu sehen, dass andere an sie denken. Das neue Lagerungskissen ermöglicht uns außerdem den Einsatz spezieller Therapieformen, wovon insbesondere unsere Besucher*innen mit schwerstmehrfachen Behinderungen profitieren“, so Daniel Elste, Leiter der Tröbsdorfer Einrichtung.

Geschäftsführer Oliver Schramm ist es ein Herzensanliegen, gemeinnützige Organisationen zu unterstützen, damit diese auch in der Corona-Krise wichtige Investitionen zur optimalen Begleitung von Menschen mit hohen Unterstützungsbedarfen umsetzen können. Zuletzt hatte die Firma für Matratzen und Zubehör mit Sitz in Erfurt täglich bis zu 10.000 Masken produziert und so zur Eindämmung des Corona-Virus beigetragen.

PROCAVE unterstützt Förderhaus des Lebenshilfe-Werks

Nach dem erneuten Anschlag auf das Weimarer Gedenkprojekt „1000 Buchen“ plant das Lebenshilfe-Werk weitere Neupflanzungen. Auf ihrer Streife am 26. Juli hatte die Weimarer Polizei drei durchgebrochene Bäume in Schöndorf entdeckt. Die betroffenen Gedenkbäume waren erst im vergangenen Jahr als Ersatz für schon damals zerstörte Bäume gepflanzt worden. Von den Straftäterinnen oder Straftätern fehlt bis heute jede Spur.
Die jetzt zerstörten Bäume waren im Oktober 2019 gepflanzt worden, nachdem an gleicher Stelle im Juli zwei rotblühende Kastanien massiv beschädigt worden waren. Baumpaten waren unter anderem Weimars Bürgermeister Ralf Kirsten, der damalige Bürgermeister der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße, Thomas Gottweiss, und Kromsdorfs Ortschaftsbürgermeister Gunter Braniek. Thomas Gottweiss, jetzt Landtagsabgeordneter der CDU, schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Der Baum, den ich gemeinsam mit Gunter Braniek für das 1000 Buchen Projekt in Kromsdorf gepflanzt habe, wurde abgesägt. Wir werden uns dadurch nicht entmutigen lassen! Es ist unsere Verantwortung, an die Gräuel des Faschismus zu erinnern.“
Das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda geht auch diesmal von einer gezielten, politisch motivierten Tat aus. Eine Anzeige wurde erstattet. Die Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werkes, Rola Zimmer, betont: „Wir lassen uns von diesen Taten nicht einschüchtern und pflanzen weiter Bäume in Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald und die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten.“
Bereits die zwei im Jahr 2019 stattgefundenen Angriffe auf sieben Gedenkbäume hatten tiefe Betroffenheit, Solidarität und eine Welle der Hilfsbereitschaft weit über Weimars Stadtgrenzen hinaus ausgelöst.
Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute der Häftlinge entsteht Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften unterstützen.

Erneuter Anschlag auf Gedenkbäume – Lebenshilfe-Werk plant weitere Neupflanzungen

Jena 04/05/2020
Für die Menschen mit geistiger Behinderung ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Die Lebenshilfe Thüringen e.V. möchte anlässlich des Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung die Öffentlichkeit auf die Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung aufmerksam machen.

Ob in den besonderen Wohnformen, ob allein zu Hause oder mit den Eltern, Menschen mit geistiger Behinderung gehen sehr verantwortungsbewusst mit den Einschränkungen in der Corona-Krise um, benötigen aber auch Hilfe und Unterstützung insbesondere von professionellen Helfern sowie Eltern und Angehörigen. In den besonderen Wohnformen gibt es Freizeitangebote und z.B. kreative Lösungen zum Einkaufen durch einen selbst organisierten Kiosk für die Bewohner.

Sehr vielen Beschäftigen, die seit Wochen nicht mehr in ihre Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf Arbeit gehen können, fehlen insbesondere die Kontakte und Begegnungen mit den Freunden und Bekannten und die regelmäßige Beschäftigung. Auch den Selbstvertretern der Menschen mit Behinderung, z.B. in den Werkstatträten oder im Lebenshilfe-Rat Thüringen fehlen die gemeinsamen Treffen und Gespräche. Die Verständigung vermittels digitaler Medien ist nicht für alle möglich.

Besonders schwierig ist die derzeitige Situation für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung und komplexem Unterstützungsbedarf, sie werden durch nicht stattfindende Angebote in der Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie in ihrer Entwicklung zurückgeworfen. Dies spüren vor allem deren Eltern und Familien, die diese Situation bewältigen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass familienentlastende und -unterstützende Dienste, die eine große Anzahl dieser zu Hause lebenden Menschen mit schwerer Behinderung unterstützen, unbedingt erhalten bleiben müssen. Die Werkstätten für behinderte Menschen müssen schrittweise wieder öffnen und Beschäftigung für Menschen mit Behinderung ermöglichen. Dies gilt auch für die Förderschulen, um notwendige Angebote für Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf vorzuhalten.

In der aktuellen Krise zeigt sich sehr deutlich wie wichtig die Organisation tagesstrukturierender Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung ist. Die Lebenshilfe Thüringen e.V. setzt sich aktuell im politischen Diskurs und gemeinsam mit den Partnerverbänden für gute einheitliche Lösungen im Interesse der Menschen mit Behinderung und ihrer Familien in Thüringen ein.

Die Lebenshilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der 1958 von Eltern geistig behinderte Kinder und engagierten Fachleuten in Marburg gegründet wurde. Der Landesverband der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Thüringen, 1990 gegründet, ist ein Zusammenschluss von 40 rechtlich eigenständigen regionalen Mitgliedsorganisationen mit rund 3.000 Mitgliedern.

Kontakt:
Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Landesverband Thüringen e.V.
Katja Heinrich
Rudolstädter Str. 39, 07745 Jena
Tel: 03641/ 334395
Fax: 03641/ 336507
Mail: info(at)lebenshilfe-thueringen.de
Internet: www.lebenshilfe-thueringen.de

Pressemitteilung 05.05.2020 – (PDF 200KB)

Mit Distanz gemeinsam durch Corona – Menschen mit Behinderung halten durch!

Das fordert Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB, anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai

Berlin. „Die Folgen der Corona-Pandemie treffen Familien mit behinderten Angehörigen ganz besonders hart. Viele Eltern haben in der jetzigen Situation keinerlei Unterstützung mehr und müssen die Betreuung zuhause irgendwie alleine schaffen. Wie ungemein belastend das ist, wird in der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen. Auch in der Diskussion zur Öffnung der Schulen sind Kinder und Jugendliche mit Behinderung nicht im Blick.“ Darauf macht die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB und Bundesministerin a.D., anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am  5. Mai aufmerksam.

Menschen mit Beeinträchtigung haben oft Vorerkrankungen und damit ein hohes Risiko, bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schwer zu erkranken. Daher sind die Eltern zusätzlich hin- und hergerissen, ob sie Hilfe von außen überhaupt annehmen sollen. „Der Staat muss diesen Familien jetzt mit allen Mitteln helfen“, fordert die Lebenshilfe-Vorsitzende. „Mit Notbetreuung dort, wo es Angehörige wünschen. Und mit Ausgleich von Verdienstausfall für Eltern, die ihre erwachsenen Kinder zuhause betreuen müssen, weil die Tagesbetreuung oder Werkstatt für Menschen mit Behinderung geschlossen ist.“

Entscheidend sei auch, dass so wichtige Unterstützungsangebote wie Familienentlastende Dienste finanziell abgesichert werden, um den Familien nach Corona weiter zur Verfügung zu stehen. Ulla Schmidt dankt erneut allen Mitarbeitenden der Behindertenhilfe dafür, dass sie mit großem Engagement den Menschen mit Beeinträchtigung beistehen, zum Beispiel in den vielen tausend Wohngemeinschaften deutschlandweit: „Sie leisten in Betreuung und Pflege großartige Arbeit und sind meine Heldinnen und Helden in dieser Krise! Deshalb müssen auch sie bei der Corona-Prämie berücksichtigt werden.“

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Der Staat muss Familien mit behinderten Angehörigen in der Corona-Krise mit allen Mitteln helfen!

Das Corona-Virus breitet sich in Deutschland, in Europa und der Welt weiter aus. Um sich nicht anzustecken, sollte man bestimmte Hygiene- und Abstandsregeln befolgen.

Corona leicht erklärt
Corona-Überblick leichte Sprache
So bleiben Sie gesund
Anleitung zum Händewaschen
Tipps für die Corona-Zeit

Derzeit gelten folgende Regelungen:

Kontakte vermeiden und Abstand halten

Ein Kontaktverbot gibt es in Thüringen nicht mehr. Es wird trotzdem geraten, sich nur mit wenigen Menschen aus einem festen Personenkreis zu treffen. So sollen mögliche Infektionsketten schneller nachvollzogen werden können. Wenn möglich ist weiterhin ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Maskenpflicht

In Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln muss weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gilt nicht für Kinder bis 6 Jahre und Menschen, denen eine Bedeckung wegen Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar ist.
In unserer Anleitung zeigen wir, wie man die Masken richtig benutzt.

Öffentliche Einrichtungen

Kindergärten und Schulen

In den Sommerferien ist ein eingeschränkter Kindergarten- und Hortbetrieb in Grundschulen gewährleistet. Zudem gibt es für die Klassen 5 – 8 Betreuungsangebote für die Ferien. Mit Beginn des neuen Schuljahres sollen Kindergärten und Schulen wieder völlig normal laufen.

Werkstätten und Förderbereiche

Werkstätten und Förderbereiche dürfen wieder besucht werden. Ausgenommen sind Personen, die zur Risikogruppe gehören. Also diejenigen, die sich besonders leicht mit dem Corona-Visus anstecken und für die das Virus gefährlich werden kann.

Auch hier muss ein Mindest-Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden. Wo das nicht geht, werden Schutzwände aufgestellt.

Regeln in den Werkstätten (Leichte Sprache)

Vorbereitungsvideo zur Rückkehr in die Werkstatt: „Tom kommt zurück in die Werkstatt“

Geschäfte und Einrichtungen des öffentlichen Lebens

Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln dürfen Geschäfte, kulturelle, sportliche und Dienstleistungs-Einrichtungen wieder öffnen.

Aktuelle Informationen, Empfehlungen und wichtige Links in einfacher und Leichter Sprache finden Sie auf der Sonderseite der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Corona-Warn-App

Die Bundesregierung und das RobertKoch-Institut haben eine App entwickelt, um die Ausbreitung von Corona zu verhindern. Sie soll die Anwender*innen informieren, wenn sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten. So lassen sich Infektionswege leichter nachvollziehen. Die App ist allerdings nur dann wirksam, wenn sie von möglichst vielen Personen genutzt wird.

Wie die App funktioniert, wird hier leicht erklärt.

Informationen für Menschen mit Behinderungen und Angehörige

Die Lebenshilfe Thüringen informiert Menschen mit Behinderungen und Angehörige über alle relevanten Informationen rund um das Thema Corona:

Informationen zur aktuellen Thüringer Verordnung
Infobrief für Eltern, Nr. 5
Infobrief für Eltern, Nr. 7
Infobrief für Eltern, Nr. 8
Infobrief für Eltern, Nr. 10
Infobrief für Eltern, Nr. 11

Einladung zum Online-Workshop „Können Engel fliegen? Gespräche mit Kindern über das Leben und Sterben“ am 22.09.2020.

Hier finden Sie zudem Informations-Materialien der Task Force Corona Leichte Sprache für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, unterstützt durch die Aktion Mensch.

 

Notfallrufnummern

Wohnstätte Egendorf
036459 44911

ZAK Weimar
03643 730 509 16 oder 0173 689 30 18

ZAK Weimarer Land & Zweigstelle Bad Berka
0173 689 30 28

ZAK Sömmerda & Wohnstätte Kölleda
03634 372 22 10

Corona-Prävention

Sehr geehrte Mitglieder der Lebenshilfe Thüringen,
sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie unser aktuelles Rundschreiben mit Neuigkeiten der Lebenshilfe Thüringen, der Mitgliedsorganisationen, des Lebenshilfe-Rates, Fachinformationen, Tipps und Terminen. Bitte beachten Sie unsere neue Kategorie: Informationen aus dem Eltern-Rat.

Wie gewohnt, nehmen wir Ihre Berichte und Fotos für die Kategorie Informationen aus den Lebenshilfeorganisationen gerne entgegen. Senden Sie diese an: claudia.mueller(at)lebenshilfe-thueringen.de.

Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2020.

Ihre Lebenshilfe Thüringen.

Rundschreiben – PDF (1,2 MB)
Rundschreiben Leichte Sprache – PDF (1 MB)

Rundschreiben Lebenshilfe Thüringen

Jena 02/12/2019

„Selbstvertretung – Na klar.“ hieß es zum letzten bundesweiten Lebenshilfe-Kongress der Interessenvertreter der Menschen mit geistiger Behinderung und Experten in eigener Sache vom 29.08. bis 31.08.2019 in Leipzig. Zum Internationalen Tag für Menschen mit Behinderung am 03. Dezember bekräftigt Christoph Zippel, Vorsitzender der Lebenshilfe Thüringen, diese Forderung ausdrücklich und unterstützt die Selbstvertretungen von Menschen mit Behinderung in ihrem Wirken, insbesondere den Lebenshilfe-Rat Thüringen, in dem zehn Menschen mit Behinderung aus verschiedenen Regionen Thüringens tätig sind.

In der Praxis der politischen Mitwirkung der Selbstvertreter gibt es noch viele Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden müssen. „Selbstvertretungen müssen mit ihren Positionen ernst genommen und bei Entscheidungen tatsächlich beteiligt werden, vor allem auch bei den bevorstehenden Veränderungen entsprechend des Bundesteilhabegesetzes im Wohnen, Arbeiten und in der Freizeit. Da es um landesweite wesentliche Veränderungen geht, muss die Beteiligung der Selbstvertreter der Menschen mit geistiger Behinderung auch auf Landesebene gesichert werden“ so Christoph Zippel. Bisher ist das für die Gruppe der Menschen mit geistiger Behinderung noch nicht gut gelungen, insbesondere Menschen mit schwerer und komplexer Behinderung, die auf umfangreiche Unterstützung angewiesen sind, sind oft nicht im Blick. Selbstvertreter als Interessenvertreter kennen die Lebenslagen der betroffenen Menschen sehr genau und sind neben den Eltern auch das Sprachrohr für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, die sich sprachlich nicht artikulieren können.

Wichtige Voraussetzung für die wirksame Beteiligung der Selbstvertreter mit geistiger Behinderung ist die Kommunikation in Leichter oder einfacher Sprache. Das stellt in der gegenwärtigen Praxis noch ein großes Hindernis dar.

Medienmitteilung 03.12.2019 – (PDF 100KB)

Mehr wirksame Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung!

Seit vielen Jahren werden in Egendorf bei Blankenhain Gemüse und Obst angeboten. Jetzt hat die Einrichtung des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda das begehrte Biosiegel erhalten. Aus diesem Anlass wird die Gärtnerei in „Naturhof Egendorf“ umbenannt.

„Wir haben einen hohen Anspruch an die Qualität unserer Produkte“, sagt Burkhard Richter, Leiter der Werkstatt Egendorf, „da war der Anbau nach ökologischen Richtlinien irgendwann eine Selbstverständlichkeit“. Inzwischen gibt es neben saisonalen Gemüse und Obst, Eier von über 100 Hennen und eine kleine Auswahl an weiterverarbeiteten Produkten wie Honig und Streuobstwiesenapfelsaft zu kaufen. Nach und nach sollen weitere Produkte wie Marmeladen oder Erzeugnisse aus Bienenwachs hinzukommen. Gerade startet die Herstellung von Saatkugeln für bienenfreundliche Pflanzen als kleines Frühjahrsgeschenk für Naturbegeisterte.

Auf dem Naturhof, der Menschen mit Behinderung eine sinnstiftende Arbeit ermöglicht, können Interessierte auch eigene Pachtflächen bewirtschaften und sich dabei unterstützen lassen. „Unser Naturhof ist ein kleines Paradies“, so Burkhard Richter. „Wir möchten zeigen welche tollen natürlichen Produkte bei uns entstehen und wir möchten unsere Kunden einladen vorbeizukommen und ein Stück ursprüngliche Natur mitzuerleben, im Gemeinschaftsgarten selbst Hand anzulegen oder unsere Hühner in ihrem Hühnermobil zu besuchen.“

Erhältlich sind die Waren des Naturhofs per Lieferservice, im Weimarer Galerieladen LebensArt am Palais des Lebenshilfe-Werkes und natürlich direkt in Egendorf.

Medienmitteilung_Naturhof Egendorf – (PDF 160KB)

Naturhof Egendorf jetzt mit Biozertifizierung

In der vergangenen Woche war das „Theater der Möglichkeiten“ des Lebenshilfe-Werkes Weimar-Apolda e.V. zu einem Theaterprojekt in Korbach (Hessen) zu Gast – erarbeitet und aufgeführt wurde ein Stück zum Thema „Glück“

Unter der Fragestellung „Was ist Glück?“ hatte das Lebenshilfewerk (LHW) Korbach die  Theatergruppen aus Weimar/Apolda sowie dem polnischen Kamienna Gora zu einem fünftägigen Theaterworkshop mit abschließender Aufführung eingeladen. Unter Leitung der Korbacher Theaterpädagogin Sonja Schmitt-Zenker und der Weimarer Theaterpädagogin und Regisseurin Antje Klahn arbeiteten 18 Menschen mit Behinderungen und ihre Betreuer*innen vom 19. bis 23. November 2019 an einer Stückentwicklung zum Thema „Glück“.

Den Rahmen bildete dabei die Geschichte „Das Hemd des Glücklichen“. Darin eingebunden wurden eine Marktszene, bei der alles angepriesen wurde, was (angeblich) Glück verheißt, sowie  die persönlichen Glücksvorstellungen und -momente der Teilnehmer*innen. Mit Szenenapplaus bedacht wurde ein selbst verfasstes Gedicht der Weimarerin Anna Münz. Im Finale wurde zum Lied „Glück“ von Bengio chorisch gebärdet.

Das Ergebnis wurde am 23. November im Bürgerhaus Korbach vor zahlreich erschienenem Publikum gezeigt und von diesem mit lang anhaltendem Applaus und der Forderung nach einer Zugabe gefeiert.

Im kommenden Jahr wird das gemeinsame Projekt der drei Theatergruppen in Weimar stattfinden.

Das „Theater der Möglichkeiten“ wird finanziell durch „Aktion Mensch“ gefördert.

Das „Theater der Möglichkeiten“ des Lebenshilfe-Werkes Weimar/Apolda e.V. besteht seit August 2019. Interessierte Menschen mit und ohne Behinderung finden sich zu Proben im 14tägigen Rhythmus zusammen und erarbeiten Präsentationen und Inszenierungen. Neue Mitspieler*innen sind willkommen.

Nächste Treffen der Theatergruppe: 28. November und 12. Dezember 2019, 17 bis 19 Uhr
Ort: Hufeland-Kindergarten Weimar
Proben: 14tägig donnerstags
Voraussetzung: Mindestalter 16 Jahre, Lust am Theaterspielen

Antje Klahn ist Theaterpädagogin (BuT), Regisseurin und Dozentin. Sie ist verantwortlich für die inhaltlich-künstlerische Konzeption des Projektes und die Leitung der Proben und Aufführungen. Neben der Durchführung zahlreicher theaterpädagogischer Projekte und Workshops inszenierte sie bereits mehrere Kinder- und Jugendstücke. Zuletzt war sie Leiterin der Theaterpädagogik am Theater der Jungen Welt Leipzig.