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Menschen mit Behinderung vor Corona schützen: Lebenshilfe für Impfpflicht und rasche Impfungen

Berlin. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe fordert die zügige Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, um Menschen mit Behinderung vor der Ansteckung mit Covid-19 wirksam zu schützen und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu sichern.

„In den ersten Corona-Wellen haben Menschen mit Beeinträchtigung unglaublich unter Absonderung und Isolation leiden müssen. Dass sie ihre Wohneinrichtungen nicht mehr verlassen dürfen, dass Werkstätten, Schulen und Kitas geschlossen und so die Familien mit der Betreuung und Pflege ihrer behinderten Angehörigen allein gelassen werden, darf auf gar keinen Fall noch einmal passieren“, betont Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesgesundheitsministerin a.D. „Damit Teilhabe für alle funktioniert, muss die ganze Gesellschaft Verantwortung übernehmen. Deshalb setzt sich die Lebenshilfe für eine allgemeine Impflicht ein.“

Das vollständige Positionspapier zum Nachlesen gibt es über diesen Link:
Bundesvereinigung Lebenshilfe | Zur Prävention von Corona-Infektionen bei Menschen mit Behinderung durch Impfpflicht und Auffrischimpfungen

Menschen mit Behinderung vor Corona schützen: Lebenshilfe für Impfpflicht und rasche Impfungen

Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung haben unsere Selbstvertreterin und Werkstatträtin Doreen Hadlich und unsere Vorstandsvorsitzende Rola Zimmer auf Radio Lotte Weimar ein Interview gegeben.

Nachzuhören ist dieses in der Radio Lotte Mediathek unter folgendem Link:
Internationaler Tag der Behinderung – Radio LOTTE Weimar

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Am 3. Dezember – zufällig  auch dem Tag der Menschen mit Behinderung – hat Dr. Manfred Röhrs von Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine die goldene Ehrennadel für sein ehrenamtliches Engagement verliehen bekommen. Vor rund 40 Jahren engagierte er sich bereits zu DDR-Zeiten u.a. in Saalborn für die Töpferei, die sich heute in Tröbsdorf befindet.
Zur Wende war er Mitbegründer unseres Lebenshilfe-Werks und erster Vorsitzender in unserem Verein und engagiert sich bis heute im Aufsichtsrat.

Die Goldene Ehrennadel wird seit 2001 für eine herausragende Lebens­leistung auf den Gebieten der Wissenschaft, der Umwelt, der Wirtschaft, der Kultur, des Sozialwesens, des Sports und des öffentlichen Lebens an eine Person verliehen, die das Ansehen der Stadt Weimar gemehrt haben.

Wir sind stolz und glücklich Dr. Röhrs an unserer Seite zu wissen und beglückwünschen ihn zu seiner Ehrung.

Goldene Ehrennadel der Stadt Weimar für Dr. Manfred Röhrs

Berlin. Anlässlich des Welttages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember nimmt Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Bundesministerin a.D., Stellung zum Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung:

„Die Lebenshilfe sieht in dem Koalitionsvertrag eine große Chance für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung. An vielen Stellen werden Forderungen der Lebenshilfe aufgegriffen. Dass zum Beispiel Familien mit behinderten Kindern in der Pflege stärker entlastet werden sollen, begrüßen wir sehr. Gleichzeitig erneuern wir unsere Forderung, dass endlich die Diskriminierung von erwachsenen Menschen mit Behinderung in der Pflegeversicherung beendet wird. Als Versicherte dürfen sie nicht länger benachteiligt werden, wenn sie in gemeinschaftlichen Wohnformen leben. Aktuell erhalten sie dort nur eine Pauschale von 266 Euro und nicht die Pflegesachleistung, die ihnen laut Pflegegrad zustehen müsste. Der Paragraf 43a im Sozialgesetzbuch XI gehört daher endlich abgeschafft!

Die Lebenshilfe begrüßt überdies den durch die Ampel-Koalition angekündigten Beteiligungsprozess für eine inklusive Kinder- und Jugendhilfe und das Vorhaben, die Verfahrenslotsen für Familien von Kindern mit Behinderung bei den Jugendämtern schnell und unbefristet einzusetzen. Diese Versprechen sollten ebenso zügig in Angriff genommen werden wie die Ankündigung, die Barrierefreiheit in Deutschland auch im privaten Sektor voranzubringen.“

Ulla Schmidt: Koalitionsvertrag ist große Chance für mehr Teilhabe

Am heutigen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus konnte das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda zerstörte und entwendete Gedenktafeln des Projektes „1000 Buchen“ ersetzen. Finanziert wurden die Tafeln vom Lokalen Aktionsplan Weimar, der Demokratieprojekte unterstützt. Seit 1999 erinnert das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ an die Opfer der Todesmärsche aus Buchenwald.

2016 wurde in der Weimarer Andersenstraße ein Baum gepflanzt, im Gedenken an Lise London (1916 – 2012). Lise London war französisches Mitglied der Internationalen Brigaden und kommunistische Widerstandskämpferin und überlebte mehrere deutsche Konzentrationslager. 2019 wurde der Baum, wie zahlreiche andere, mutwillig beschädigt und die Gedenktafel entwendet.

Die Beschädigungen oder Zerstörungen von Gedenkbäumen und -tafeln in 2019 und 2020 hatten tiefe Betroffenheit, Solidarität und eine Welle der Hilfsbereitschaft weit über Weimars Stadtgrenzen hinaus ausgelöst, die bis heute anhält. Die jüngste Unterstützung kommt vom Lokalen Aktionsplan Weimar (LAP), der die Fördergelder für die Ersatzanschaffung von acht Gedenktafeln bereitgestellt hat. „Wir waren bestürzt, als wir vom Vandalismus an den Bäumen und Schildern erfahren haben. Mit unserer Unterstützung möchten wir auch ein Zeichen für Vielfalt und gegen Hass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit setzen“, so Anika Thiele, Koordinatorin des LAP Weimar.

Dank der Förderung wurden heute fünf zerstörte Gedenktafeln in Erinnerung an ehemalige Häftlinge und Häftlingsgruppen in der Ettersburger Straße und in der Andersenstraße ersetzt. Die französische Botschafterin in Deutschland, Anne-Marie Décôtes, zeigte sich bewegt: „Ich bin dem Lebenshilfe-Werk dankbar, dass es sich der Pflege des Gedenkens widmet und mutwillig zerstörte Bäume und Tafeln ersetzt. Ich freue mich, dass zum diesjährigen Holocaust-Gedenktag die Tafel erneuert wurde, die der französischen Résistance-Kämpferin Lise London (1916-2012) gewidmet ist.“

Rola Zimmer, Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werks, ist dankbar für die Solidarität und breite Unterstützung, die dem inklusiven Projekt seither entgegengebracht wird. „Unser Gedenkprojekt bewahrt die Erinnerung an die Opfer der Todesmärsche aus dem KZ Buchenwald, es steht aber auch für das Gedenken an alle Menschen, die dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen. Es freut mich, auch in Zeiten der Corona-Pandemie weitere Anwärter*innen für Baumpatenschaften und Unterstützung an unserer Seite zu wissen, die uns helfen den lebendigen Erinnerungsweg zu bewahren und weiter anwachsen zu lassen.“

Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute der Häftlinge entsteht Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften unterstützt werden.

Der Lokale Aktionsplan wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit« und vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Rahmen des Thüringer Landesprogramms »denkbunt – für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit«.

Beiliegend 2 Bilder:
1. Bild: Von links nach rechts: Rola Zimmer, Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda, und Anika Thiele, Koordinatorin Lokaler Aktionsplan Weimar, am ersetzten Gedenkschild und Baum von Lise London (1916 – 2012)
2. Bild: Ersetztes Gedenkschild für den 2016 gepflanzten Gedenkbaum in Erinnerung an Lise London (1916 – 2012). Das Schild ist bei einem Angriff auf die Gedenkbäume 2019 entwendet worden

Holocaust-Gedenktag – zerstörte Gedenktafeln im Projekt „1000 Buchen“ ersetzt

Berlin, 25. September 2020–Die Corona-Pandemie ist eine riesige Herausforderung für Pflegekräfte, die alte, kranke und beeinträchtigte Menschen versorgen. Ihre besondere Leistung wird zu Recht mit einer Corona-Prämie gewürdigt. Aber nicht weniger anstrengend waren die vergangenen Monate für Mitarbeitende in der Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie, die Menschen mit Behinderung während des Lockdowns rund um die Uhr betreut und gepflegt haben. Dabei hatten sie zusätzlich mit Ängsten und Verhaltensauffälligkeiten ihrer Klienten zu tunund mussten wegen der Besuchsverbote Angehörige und Freunde emotional ersetzen. Außerdem gab es nicht immer ausreichende Schutzbekleidung, weshalb sie einem besonderen Risiko ausgesetzt waren.

Daher begrüßen die Fachverbände für Menschen mit Behinderung,dass sich einzelne Bundesländer wie zum Beispiel Bayern dazu entschieden haben, die Corona-Prämie auch an Mitarbeitende in der Behindertenhilfe auszuzahlen. Nachdem ebenfalls Pflegende in Krankenhäusern die Prämie erhalten, fordern die Fachverbände erneut: Es muss jetzt bundesweit zu Regelungen kommen, die Mitarbeitende in der Behindertenhilfe umfassend berücksichtigen.

Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung repräsentieren ca. 90% der Dienste und Einrichtungen für Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung in Deutschland. Ethisches Fundament der Zusammenarbeit ist das gemeinsame Bekenntnis zur Menschenwürde sowie zum Recht auf Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft. Weitere Informationen unter: www.diefachverbaende.de

 

Quelle: https://www.lebenshilfe.de/presse/pressemeldung/fachverbaende-fordern-bundesweite-corona-praemie-auch-fuer-mitarbeitende-der-behindertenhilfe/

Fachverbände fordern bundesweite Corona-Prämie auch für Mitarbeitende der Behindertenhilfe

Oliver Schramm, Geschäftsführer der PROCAVE GmbH, übergab heute dem Förderhaus des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda in Weimar/Tröbsdorf eine Spende über 500 €. Davon soll ein neues Kissen zur speziellen Lagerung von Menschen mit Behinderungen in Stress- bzw. Anfallssituationen angeschafft werden. Das Lagerungskissen sorgt für körperliche und geistige Beruhigung und eine gesteigerte taktile und Selbstwahrnehmung.

„Gerade jetzt in der Krisenzeit freuen wir uns sehr über diese Unterstützung. Es ist wichtig für die Menschen, zu sehen, dass andere an sie denken. Das neue Lagerungskissen ermöglicht uns außerdem den Einsatz spezieller Therapieformen, wovon insbesondere unsere Besucher*innen mit schwerstmehrfachen Behinderungen profitieren“, so Daniel Elste, Leiter der Tröbsdorfer Einrichtung.

Geschäftsführer Oliver Schramm ist es ein Herzensanliegen, gemeinnützige Organisationen zu unterstützen, damit diese auch in der Corona-Krise wichtige Investitionen zur optimalen Begleitung von Menschen mit hohen Unterstützungsbedarfen umsetzen können. Zuletzt hatte die Firma für Matratzen und Zubehör mit Sitz in Erfurt täglich bis zu 10.000 Masken produziert und so zur Eindämmung des Corona-Virus beigetragen.

PROCAVE unterstützt Förderhaus des Lebenshilfe-Werks

Nach dem erneuten Anschlag auf das Weimarer Gedenkprojekt „1000 Buchen“ plant das Lebenshilfe-Werk weitere Neupflanzungen. Auf ihrer Streife am 26. Juli hatte die Weimarer Polizei drei durchgebrochene Bäume in Schöndorf entdeckt. Die betroffenen Gedenkbäume waren erst im vergangenen Jahr als Ersatz für schon damals zerstörte Bäume gepflanzt worden. Von den Straftäterinnen oder Straftätern fehlt bis heute jede Spur.
Die jetzt zerstörten Bäume waren im Oktober 2019 gepflanzt worden, nachdem an gleicher Stelle im Juli zwei rotblühende Kastanien massiv beschädigt worden waren. Baumpaten waren unter anderem Weimars Bürgermeister Ralf Kirsten, der damalige Bürgermeister der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße, Thomas Gottweiss, und Kromsdorfs Ortschaftsbürgermeister Gunter Braniek. Thomas Gottweiss, jetzt Landtagsabgeordneter der CDU, schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Der Baum, den ich gemeinsam mit Gunter Braniek für das 1000 Buchen Projekt in Kromsdorf gepflanzt habe, wurde abgesägt. Wir werden uns dadurch nicht entmutigen lassen! Es ist unsere Verantwortung, an die Gräuel des Faschismus zu erinnern.“
Das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda geht auch diesmal von einer gezielten, politisch motivierten Tat aus. Eine Anzeige wurde erstattet. Die Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werkes, Rola Zimmer, betont: „Wir lassen uns von diesen Taten nicht einschüchtern und pflanzen weiter Bäume in Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald und die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten.“
Bereits die zwei im Jahr 2019 stattgefundenen Angriffe auf sieben Gedenkbäume hatten tiefe Betroffenheit, Solidarität und eine Welle der Hilfsbereitschaft weit über Weimars Stadtgrenzen hinaus ausgelöst.
Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute der Häftlinge entsteht Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften unterstützen.

Erneuter Anschlag auf Gedenkbäume – Lebenshilfe-Werk plant weitere Neupflanzungen

Jena 04/05/2020
Für die Menschen mit geistiger Behinderung ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Die Lebenshilfe Thüringen e.V. möchte anlässlich des Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung die Öffentlichkeit auf die Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung aufmerksam machen.

Ob in den besonderen Wohnformen, ob allein zu Hause oder mit den Eltern, Menschen mit geistiger Behinderung gehen sehr verantwortungsbewusst mit den Einschränkungen in der Corona-Krise um, benötigen aber auch Hilfe und Unterstützung insbesondere von professionellen Helfern sowie Eltern und Angehörigen. In den besonderen Wohnformen gibt es Freizeitangebote und z.B. kreative Lösungen zum Einkaufen durch einen selbst organisierten Kiosk für die Bewohner.

Sehr vielen Beschäftigen, die seit Wochen nicht mehr in ihre Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf Arbeit gehen können, fehlen insbesondere die Kontakte und Begegnungen mit den Freunden und Bekannten und die regelmäßige Beschäftigung. Auch den Selbstvertretern der Menschen mit Behinderung, z.B. in den Werkstatträten oder im Lebenshilfe-Rat Thüringen fehlen die gemeinsamen Treffen und Gespräche. Die Verständigung vermittels digitaler Medien ist nicht für alle möglich.

Besonders schwierig ist die derzeitige Situation für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung und komplexem Unterstützungsbedarf, sie werden durch nicht stattfindende Angebote in der Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie in ihrer Entwicklung zurückgeworfen. Dies spüren vor allem deren Eltern und Familien, die diese Situation bewältigen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass familienentlastende und -unterstützende Dienste, die eine große Anzahl dieser zu Hause lebenden Menschen mit schwerer Behinderung unterstützen, unbedingt erhalten bleiben müssen. Die Werkstätten für behinderte Menschen müssen schrittweise wieder öffnen und Beschäftigung für Menschen mit Behinderung ermöglichen. Dies gilt auch für die Förderschulen, um notwendige Angebote für Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf vorzuhalten.

In der aktuellen Krise zeigt sich sehr deutlich wie wichtig die Organisation tagesstrukturierender Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung ist. Die Lebenshilfe Thüringen e.V. setzt sich aktuell im politischen Diskurs und gemeinsam mit den Partnerverbänden für gute einheitliche Lösungen im Interesse der Menschen mit Behinderung und ihrer Familien in Thüringen ein.

Die Lebenshilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der 1958 von Eltern geistig behinderte Kinder und engagierten Fachleuten in Marburg gegründet wurde. Der Landesverband der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Thüringen, 1990 gegründet, ist ein Zusammenschluss von 40 rechtlich eigenständigen regionalen Mitgliedsorganisationen mit rund 3.000 Mitgliedern.

Kontakt:
Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Landesverband Thüringen e.V.
Katja Heinrich
Rudolstädter Str. 39, 07745 Jena
Tel: 03641/ 334395
Fax: 03641/ 336507
Mail: info(at)lebenshilfe-thueringen.de
Internet: www.lebenshilfe-thueringen.de

Pressemitteilung 05.05.2020 – (PDF 200KB)

Mit Distanz gemeinsam durch Corona – Menschen mit Behinderung halten durch!

Das fordert Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB, anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai

Berlin. „Die Folgen der Corona-Pandemie treffen Familien mit behinderten Angehörigen ganz besonders hart. Viele Eltern haben in der jetzigen Situation keinerlei Unterstützung mehr und müssen die Betreuung zuhause irgendwie alleine schaffen. Wie ungemein belastend das ist, wird in der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen. Auch in der Diskussion zur Öffnung der Schulen sind Kinder und Jugendliche mit Behinderung nicht im Blick.“ Darauf macht die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Ulla Schmidt, MdB und Bundesministerin a.D., anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am  5. Mai aufmerksam.

Menschen mit Beeinträchtigung haben oft Vorerkrankungen und damit ein hohes Risiko, bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schwer zu erkranken. Daher sind die Eltern zusätzlich hin- und hergerissen, ob sie Hilfe von außen überhaupt annehmen sollen. „Der Staat muss diesen Familien jetzt mit allen Mitteln helfen“, fordert die Lebenshilfe-Vorsitzende. „Mit Notbetreuung dort, wo es Angehörige wünschen. Und mit Ausgleich von Verdienstausfall für Eltern, die ihre erwachsenen Kinder zuhause betreuen müssen, weil die Tagesbetreuung oder Werkstatt für Menschen mit Behinderung geschlossen ist.“

Entscheidend sei auch, dass so wichtige Unterstützungsangebote wie Familienentlastende Dienste finanziell abgesichert werden, um den Familien nach Corona weiter zur Verfügung zu stehen. Ulla Schmidt dankt erneut allen Mitarbeitenden der Behindertenhilfe dafür, dass sie mit großem Engagement den Menschen mit Beeinträchtigung beistehen, zum Beispiel in den vielen tausend Wohngemeinschaften deutschlandweit: „Sie leisten in Betreuung und Pflege großartige Arbeit und sind meine Heldinnen und Helden in dieser Krise! Deshalb müssen auch sie bei der Corona-Prämie berücksichtigt werden.“

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