Brit Zeitner ist neue Aufsichtsratsvorsitzende im Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda
Justus Lencer wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt
Eine Ära geht zu Ende. Der bekannte ehemalige Pfarrer Justus Lencer hat aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz des Aufsichtsrats im Lebenshilfe-Werk Weimar/ Apolda niedergelegt. Die Mitgliederversammlung wählte am Freitagabend die Physikerin Brit Zeitner als Nachfolgerin in das Ehrenamt. Justus Lencer (87) wurde, erstmals in der 35-jährigen Geschichte des Lebenshilfe-Werks, zu dessen Ehrenvorsitzenden ernannt.
Lencer, in Troistedt geboren und dort 50 Jahre lang als Pfarrer tätig, war Gründungsmitglied des Lebenshilfewerk Weimar/Apolda e.V., der 1990 mit Unterstützung des Lebenshilfe-Werks Waldeck-Frankenberg aus der Taufe gehoben wurde. Seit 1991 engagierte er sich als Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender. Zunächst nur aus einem Grund, wie er der Thüringer Allgemeinen vor Jahren augenzwinkernd verriet: „Vorsitzender bin ich eher zufällig geworden – weil ich damals glaubte, die Ossis vor den Wessis schützen zu müssen. Aber innerhalb von 14 Tagen waren wir schon Freunde“.
Die Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werks, Rola Zimmer, erinnerte an wichtige Weichenstellungen in der Zeit von Justus Lencer: „Die Einrichtung des Galerie-Ladens lebensArt am palais sowie das lebendige Gedenkprojekt 1000 Buchen gehen auf seine Initiative zurück. Unter seinem Vorsitz gelang es auch, im Jahr 2010 die erste inklusive Ganztagsgrundschule Anna Amalia in Weimar zu gründen, in der Kinder mit und ohne Behinderung gleichberechtigt lernen. Wir freuen uns, dass uns Justus Lencer mit seiner Erfahrung in Aufsichtsrat im Verein und Stiftungsrat in unserer Stiftung Lebenshilfe erhalten bleibt“.
Für seine großen Verdienste war Lencer im Jahr 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt worden. Er hat sein Amt als Seelsorger immer auch politisch verstanden. Nach seinem Ruhestand 1998 war er bis 2004 ehrenamtlicher Bürgermeister von Troistedt. Außerdem saß er von 1990 bis zum 30. Juni 2004 als gewähltes Mitglied im Kreistag Weimarer Land.
Auch die neue Aufsichtsratsvorsitzende Brit Zeitner ist im Lebenshilfe-Werk keine Unbekannte. Die Physikerin arbeitet bei Jenoptik Optical Systems als Entwicklerin. Als Mutter von frühgeborenen und inzwischen erwachsenen Zwillingen hat sie nicht nur die vielfältigen Angebote des Lebenshilfe-Werks Weimar/ Apolda von Beginn an kennengelernt. Als Vorsitzende des Weimarer Vereins „Salamanca Leben e.V.“ hat sie maßgeblich die Gründung der Anna-Amalia-Grundschule mit unterstützt. Seit vielen Jahren setzt sich die gebürtige Spreewälderin für Inklusion und den Abbau von Barrieren in allen Lebensbereichen ein. Sie wirkt in vielen Gremien mit und ist seit 2020 Mitglied im Aufsichtsrat des Lebenshilfe-Werk Weimar/ Apolda e.V.
Brit Zeitner freut sich über den nahtlosen Übergang an der Spitze des Aufsichtsrats: „Es war immer ein Herzensanliegen Justus Lencers, die Bedürfnisse und Interessen von Menschen mit Behinderung in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, um die Inklusion voranzutreiben. Ich freue mich, diese Aufgabe in seinem Sinne fortzusetzen.“









