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Förderschüler*innen in Corona-Krise zu wenig berücksichtigt – Eltern stoßen an ihre Grenzen

Die Schließung aller Schulen während der Anfänge der Corona-Epidemie betrifft auch die Förderschulen für Menschen mit Behinderung. Nun werden die meisten Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarf durch ihre Eltern ganztägig versorgt. Die Auswirkungen auf das Familienleben und das Wohlbefinden von Förderkindern, Geschwistern und Eltern findet in der Politik aktuell keine Beachtung. Während es für den normalen Schulbetrieb eine langsame Öffnungsphase gibt, werden Eltern mit Förderkindern weiter im Unklaren gelassen.

Förderkinder erhalten während ihrer schulischen Betreuung auf sie zugeschnittene Therapieangebote, wie Ergo-, Logo- oder Physiotherapie. Diese fehlen seit 5 Wochen komplett, was starke Auswirkungen auf das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand der Kinder hat. Die Umstellung des gesamten Alltags wirkt sich belastend auf alle Familienmitglieder aus. Um betroffene Familien zu entlasten, fordert der Verband kinderreicher Familien gemeinsam mit dem Lebenshilfe Ortsverein Weimar, dass zumindest ein Fahrplan zur Öffnung von Förderschulen durch die Politik festgelegt wird. Noch wichtiger aber wäre es, angemessene und geeignete Maßnahmen anzubieten, welche Familien in dieser schwierigen Zeit im häuslichen Umfeld unterstützen, und den finanziellen Rahmen für die Verhinderungspflege aufzustocken.

Bei zukünftigen Entscheidungen in der Politik müssen dringend die Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen beachtet werden. „Die Situation in Familien kann jeder Zeit kippen.“, warnt der Verband. Nicht nur Kindesvernachlässigung und Gewalt könnte ein Thema sein, sondern ganze Pflege- und Betreuungsstrukturen, nämlich die Familie, könnten hier wegbrechen.