Am vergangenen Donnerstag fand zum sechsten Mal der bundesweite Aktionstag Schichtwechsel statt. Beschäftigte aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung und Mitarbeitende aus Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes tauschen an diesem Tag ihre Arbeitsplätze. Sie lernen neue Perspektiven kennen, kommen in den persönlichen Austausch und erhalten so die Möglichkeit, mit Klischees über Werkstätten für behinderte Menschen aufzuräumen.
Auch das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda nahm bereits zum zweiten Mal an dieser Aktion teil und kooperierte diesmal mit dem Landratsamt Weimarer Land. Während Andreas Sänger aus der Werkstatt in Legefeld im Landratsamt in den komplexen Behörden-Alltag schnuppern durfte, lernte der Sachbearbeiter der Wohngeldstelle Henning Holzmann in drei kurzen Schichten den vielgestaltigen Werkstattbetrieb in Tröbsdorf kennen. Im Montagebereich half er zunächst beim Verpacken von Kondomen.
Anschließend durfte er dem Gruppenleiter André Eckardt vom Baxter-Service-Center bei der Klinikbetten-Reinigung und Instandsetzung tatkräftig unter die Arme greifen. Die Spätschicht übernahm Herr Holzmann schließlich im hauseigenen Kunstatelier, schaute dort den Künstler*innen staunend über die Schulter und griff schließlich selbst zu Pinsel und Farbe.
Beeindruckt von der Vielfalt der Angebote sowie den individuell abgestimmten Arbeitsplätzen und Prozessen, durfte sich Herr Holzmann gegen 15 Uhr in den wohlverdienten Feierabend verabschieden. Sein Fazit des Schichtwechsels fällt durchweg positiv aus. Durch die vielen neuen Eindrücke und das eigene Erleben habe sich sein Bild von der Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung deutlich erweitert. Besonders imponiert habe ihm die Vielfalt der teils sehr verantwortungsvollen Arbeitsangebote und die Qualität der Kunstwerke aus dem Atelier. Auch der Leiter der Tröbsdorfer Werkstatt, Daniel Elste, blickt voller Begeisterung auf den Aktionstag zurück. Er ist überzeugt, dass die erlebte Praxis Barrieren und Vorbehalte abbauen kann und somit die wichtigsten Grundsteine für gelebte Inklusion geschaffen werden können: Vertrauen, Engagement und Zuversicht.




