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Gedenken an die Opfer des Bombenangriffs vom 9. Februar 1945 – Neue Gedenktafel am Kindergarten Hufeland

Weimar. Jedes Jahr erinnern die Stadt Weimar und auch der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. an die Opfer der Bombenangriffe vom 9. Februar 1945. Bereits zum zweiten Mal fand das Gedenken vor dem Kindergarten Hufeland des Lebenshilfe-Werkes pandemiebedingt nur in sehr kleiner Runde statt. Dennoch hielt das diesjährige Gedenken einen besonderen Moment bereit: Die Einweihung einer neuen Gedenktafel an dem Kindergarten, in dem bei der Bombardierung rund 30 Kinder und zahlreiche Erwachsene ums Leben kamen.

Etwa 1.100 Menschen starben am 9. Februar 1945 bei den schweren Fliegerangriffen der Alliierten auf Weimar. Ziel waren die Gustloff-Rüstungswerke, doch auch Teile der Innenstadt wurden getroffen. Unter den Toten waren auch rund 600 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene, die in dem Rüstungswerk Zwangsarbeit verrichteten. Eine Bombe schlug in den Kindergarten der damaligen Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt ein – genau an der Stelle, an der heute der Kindergarten Hufeland des Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. steht.

Diese Zahlen ergeben sich aus der neueren Forschung, weshalb die bisherige Gedenktafel entsprechend erneuert und nun offiziell übergeben wurde. Rola Zimmer, Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werkes Weimar/Apolda, erinnert: „Wenn wir heute der Opfer der Bombardements auf Weimar gedenken, geschieht dies im Wissen darum, dass dieser schreckliche Weltkrieg von deutschem Boden ausging. Auch nach den Angriffen ging das Morden im Konzentrationslager Buchenwald weiter. An die abschließenden Todesmärsche der Gefangenen erinnern wir mit unserem lebendigen Gedenkprojekt 1000 Buchen.“ So stehen auch Bäume des Projektes in der Andersenstraße und der Kromsdorfer Straße bei den ehemaligen Gustloff-Rüstungswerken.