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Geschichte inklusiv | Projekt „Barrierefrei erinnern – Das Zentrum für Thüringen“ der Lebenshilfe Thüringen

Jena. Am 27. Januar ist der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Dieser Tag erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch sowjetische Soldaten 1945. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden Millionen Menschen – Juden, Sinti und Roma, politisch Gefangene, Homosexuelle, Zeugen Jehovas aber auch zahlreiche Menschen mit Behinderungen – verfolgt, gefoltert und ermordet.

Eine der Auschwitz-Überlebenden ist die ungarische Jüdin Éva Fahidi-Pusztai. Mit ihr beschäftigte sich eine Gruppe von Menschen mit Behinderungen in Erfurt. Im Rahmen der Sonderausstellung „Évas Apfelsuppe oder der Duft von Heimat. Eine Hommage an Éva Fahidi-Pusztai und das Leben“ im Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz setzten sie sich in einem Workshop mit Évas Leben und der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Sie lernten eine Frau kennen, die als Jüdin verfolgt wurde, einen großen Verlust erlitten hat und heute an die Verantwortung eines jeden in der Gesellschaft appelliert. Während des Workshops entwickelten die Teilnehmenden die Idee, eine Tandemführung durch die Sonderausstellung anzubieten, welche im Frühjahr dieses Jahres im Erfurter Erinnerungsort Topf & Söhne zu erleben sein wird. Dabei führen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam durch die Sonderausstellung. Weiterhin können Gruppen und Einzelpersonen an einer Führung in Leichter Sprache durch die Dauerausstellung im Erinnerungsort Topf & Söhne teilnehmen.

Die aufgeführten Veranstaltungen wurden gemeinsam mit dem Erinnerungsort Topf & Söhne entwickelt und sind ein Teil der Bildungsangebote, welche im Rahmen des Projektes „Barrierefrei erinnern – Das Zentrum für Thüringen“ angeboten werden. Während der Projektlaufzeit werden Angebote zur Erinnerung und Aufarbeitung in Leichter und einfacher Sprache auf den Weg gebracht. Die Aufklärung über die Verbrechen des Nationalsozialismus, die Erinnerung an die Opfer sowie die Sensibilisierung zu aktuellen Gefahren der Ausgrenzung stehen dabei im Mittelpunkt.
Kooperationspartner des Projektes sind neben dem Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz auch die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora.

Die Angebote des Projektes, weitere Informationen und Kontaktdaten der Ansprechpartner finden Sie auf der Internetseite der Lebenshilfe Thüringen (Barrierefrei erinnern).

 

Die Lebenshilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der 1958 von Eltern geistig behinderte Kinder und engagierten Fachleuten in Marburg gegründet wurde. Der Landesverband der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Thüringen, 1990 gegründet, ist ein Zusammenschluss von 39 rechtlich eigenständigen regionalen Mitgliedsorganisationen mit rund 3.000 Mitgliedern. Etwa 8.000 Menschen mit vorrangig geistiger Behinderung nutzen die Vielzahl der Angebote der Mitgliedsorganisationen der Lebenshilfe Thüringen, angefangen von der Frühförderung und integrativen Kindertagesstätten, über Wohneinrichtungen bis hin zu Ausbildungs- und Arbeitsangeboten.