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Mehr wirksame Selbstvertretung von Menschen mit Behinderung!

Jena 02/12/2019

„Selbstvertretung – Na klar.“ hieß es zum letzten bundesweiten Lebenshilfe-Kongress der Interessenvertreter der Menschen mit geistiger Behinderung und Experten in eigener Sache vom 29.08. bis 31.08.2019 in Leipzig. Zum Internationalen Tag für Menschen mit Behinderung am 03. Dezember bekräftigt Christoph Zippel, Vorsitzender der Lebenshilfe Thüringen, diese Forderung ausdrücklich und unterstützt die Selbstvertretungen von Menschen mit Behinderung in ihrem Wirken, insbesondere den Lebenshilfe-Rat Thüringen, in dem zehn Menschen mit Behinderung aus verschiedenen Regionen Thüringens tätig sind.

In der Praxis der politischen Mitwirkung der Selbstvertreter gibt es noch viele Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden müssen. „Selbstvertretungen müssen mit ihren Positionen ernst genommen und bei Entscheidungen tatsächlich beteiligt werden, vor allem auch bei den bevorstehenden Veränderungen entsprechend des Bundesteilhabegesetzes im Wohnen, Arbeiten und in der Freizeit. Da es um landesweite wesentliche Veränderungen geht, muss die Beteiligung der Selbstvertreter der Menschen mit geistiger Behinderung auch auf Landesebene gesichert werden“ so Christoph Zippel. Bisher ist das für die Gruppe der Menschen mit geistiger Behinderung noch nicht gut gelungen, insbesondere Menschen mit schwerer und komplexer Behinderung, die auf umfangreiche Unterstützung angewiesen sind, sind oft nicht im Blick. Selbstvertreter als Interessenvertreter kennen die Lebenslagen der betroffenen Menschen sehr genau und sind neben den Eltern auch das Sprachrohr für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, die sich sprachlich nicht artikulieren können.

Wichtige Voraussetzung für die wirksame Beteiligung der Selbstvertreter mit geistiger Behinderung ist die Kommunikation in Leichter oder einfacher Sprache. Das stellt in der gegenwärtigen Praxis noch ein großes Hindernis dar.

Medienmitteilung 03.12.2019 – (PDF 100KB)