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Mit Distanz gemeinsam durch Corona – Menschen mit Behinderung halten durch!

Jena 04/05/2020
Für die Menschen mit geistiger Behinderung ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Die Lebenshilfe Thüringen e.V. möchte anlässlich des Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung die Öffentlichkeit auf die Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung aufmerksam machen.

Ob in den besonderen Wohnformen, ob allein zu Hause oder mit den Eltern, Menschen mit geistiger Behinderung gehen sehr verantwortungsbewusst mit den Einschränkungen in der Corona-Krise um, benötigen aber auch Hilfe und Unterstützung insbesondere von professionellen Helfern sowie Eltern und Angehörigen. In den besonderen Wohnformen gibt es Freizeitangebote und z.B. kreative Lösungen zum Einkaufen durch einen selbst organisierten Kiosk für die Bewohner.

Sehr vielen Beschäftigen, die seit Wochen nicht mehr in ihre Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf Arbeit gehen können, fehlen insbesondere die Kontakte und Begegnungen mit den Freunden und Bekannten und die regelmäßige Beschäftigung. Auch den Selbstvertretern der Menschen mit Behinderung, z.B. in den Werkstatträten oder im Lebenshilfe-Rat Thüringen fehlen die gemeinsamen Treffen und Gespräche. Die Verständigung vermittels digitaler Medien ist nicht für alle möglich.

Besonders schwierig ist die derzeitige Situation für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung und komplexem Unterstützungsbedarf, sie werden durch nicht stattfindende Angebote in der Frühförderung, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie in ihrer Entwicklung zurückgeworfen. Dies spüren vor allem deren Eltern und Familien, die diese Situation bewältigen müssen. Deshalb ist es wichtig, dass familienentlastende und -unterstützende Dienste, die eine große Anzahl dieser zu Hause lebenden Menschen mit schwerer Behinderung unterstützen, unbedingt erhalten bleiben müssen. Die Werkstätten für behinderte Menschen müssen schrittweise wieder öffnen und Beschäftigung für Menschen mit Behinderung ermöglichen. Dies gilt auch für die Förderschulen, um notwendige Angebote für Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischen Förderbedarf vorzuhalten.

In der aktuellen Krise zeigt sich sehr deutlich wie wichtig die Organisation tagesstrukturierender Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung ist. Die Lebenshilfe Thüringen e.V. setzt sich aktuell im politischen Diskurs und gemeinsam mit den Partnerverbänden für gute einheitliche Lösungen im Interesse der Menschen mit Behinderung und ihrer Familien in Thüringen ein.

Die Lebenshilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der 1958 von Eltern geistig behinderte Kinder und engagierten Fachleuten in Marburg gegründet wurde. Der Landesverband der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung in Thüringen, 1990 gegründet, ist ein Zusammenschluss von 40 rechtlich eigenständigen regionalen Mitgliedsorganisationen mit rund 3.000 Mitgliedern.

Kontakt:
Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Landesverband Thüringen e.V.
Katja Heinrich
Rudolstädter Str. 39, 07745 Jena
Tel: 03641/ 334395
Fax: 03641/ 336507
Mail: info(at)lebenshilfe-thueringen.de
Internet: www.lebenshilfe-thueringen.de

Pressemitteilung 05.05.2020 – (PDF 200KB)