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Erneuter Anschlag auf Gedenkbäume – Lebenshilfe-Werk plant weitere Neupflanzungen

Nach dem erneuten Anschlag auf das Weimarer Gedenkprojekt „1000 Buchen“ plant das Lebenshilfe-Werk weitere Neupflanzungen. Auf ihrer Streife am 26. Juli hatte die Weimarer Polizei drei durchgebrochene Bäume in Schöndorf entdeckt. Die betroffenen Gedenkbäume waren erst im vergangenen Jahr als Ersatz für schon damals zerstörte Bäume gepflanzt worden. Von den Straftäterinnen oder Straftätern fehlt bis heute jede Spur.
Die jetzt zerstörten Bäume waren im Oktober 2019 gepflanzt worden, nachdem an gleicher Stelle im Juli zwei rotblühende Kastanien massiv beschädigt worden waren. Baumpaten waren unter anderem Weimars Bürgermeister Ralf Kirsten, der damalige Bürgermeister der Gemeinde Ilmtal-Weinstraße, Thomas Gottweiss, und Kromsdorfs Ortschaftsbürgermeister Gunter Braniek. Thomas Gottweiss, jetzt Landtagsabgeordneter der CDU, schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Der Baum, den ich gemeinsam mit Gunter Braniek für das 1000 Buchen Projekt in Kromsdorf gepflanzt habe, wurde abgesägt. Wir werden uns dadurch nicht entmutigen lassen! Es ist unsere Verantwortung, an die Gräuel des Faschismus zu erinnern.“
Das Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda geht auch diesmal von einer gezielten, politisch motivierten Tat aus. Eine Anzeige wurde erstattet. Die Vorstandsvorsitzende des Lebenshilfe-Werkes, Rola Zimmer, betont: „Wir lassen uns von diesen Taten nicht einschüchtern und pflanzen weiter Bäume in Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald und die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten.“
Bereits die zwei im Jahr 2019 stattgefundenen Angriffe auf sieben Gedenkbäume hatten tiefe Betroffenheit, Solidarität und eine Welle der Hilfsbereitschaft weit über Weimars Stadtgrenzen hinaus ausgelöst.
Zur Erinnerung an die Todesmärsche aus Buchenwald sowie die Opfer des Euthanasie-Programms der Nationalsozialisten zur Beseitigung „unwerten Lebens“ rief der Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 das inklusive Gedenkprojekt „1000 Buchen“ ins Leben. Entlang der ehemaligen Marschroute der Häftlinge entsteht Stück für Stück ein lebendiger Erinnerungsweg, versinnbildlicht durch Bäume, die Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam pflanzen und durch Baumpatenschaften unterstützen.